Lesezeit 14 Min
Kultur

Heinz Rudolf Kunze

Wenn man mich nach Moskau einladen würde – gern!

Martin Huch
von
Gunnar Leue
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Kultur

Zur Person

Heinz Rudolf Kunze, 1956 im niedersächsischen Flüchtlingslager Espelkamp geboren, studierte Literatur, verfasste Essays und schrieb diverse Bücher, bevor er sich den Traum vom Rockmusiker erfüllte. Sein erstes Album „Reine Nervensache“ erschien 1981, vier Jahre später gelang ihm mit „Dein ist mein ganzes Herz“ ein Riesenhit. Zu seinen vielfältigen musikalischen Ausflügen gehören seitdem Songs für Herman van Veen, eine Kirchentagshymne, die Titelmusik für eine Zeichentrickserie und das Libretto für zwei Shakespeare-Musicals. Ab 2003 war er drei Jahre Sachverständiger in der Bundestags-Enquete-Kommission Kultur. Heinz Rudolf Kunze ist zudem Dozent für Songschreiben an der Hochschule Osnabrück. Er lebt mit seiner Familie in Hannover.

Berlin. Heinz Rudolf Kunze kommt nach einer vermaledeiten Anreise verspätet und genervt am Interviewort, dem Gibson-Showroom in Berlin-Mitte, an. Zur Entspannung trägt bei, dass er eine Wand mit diversen Gitarren sieht. Die schaut er sich genauer an. Er ist selbst Sammler und stellt fest, dass er einige der Modelle ebenfalls zu Hause hat. Im Interview erweist sich der Sänger dann als aufgeschlossener Beobachter und Gesprächspartner, der Musik, Politik und ihre Schnittstellen gleichermaßen akkurat kommentiert.

Herr Kunze, kürzlich hat Bob Dylan sein neues Album zum Teil über eine Rentnerzeitschrift verschenkt. Finden Sie das witzig?

Heinz Rudolf Kunze: Wenn man bedenkt, dass die Leute, die heute schon Rentner sind, mit Jimi Hendrix und Grateful Dead aufgewachsen sind, warum nicht? Ich glaube, es gibt eine ganze Menge Rentner mit einer guten musikalischen Prägung, und die sollte man nicht in der Ecke stehen lassen.

Welcher…

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Nr. 3/2015