Lesezeit 14 Min
Kultur

Claudia Eisinger

„Ich bin mein Platz in der Welt.“

VALERIE SCHMIDT
von
Edda Bauer
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Kultur

Zur Person

Claudia Eisinger wurde 1984 in Berlin-Mitte geboren. Nach dem Abitur gelang ihr die Aufnahmeprüfung an der renommierten Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch schon im ersten Anlauf. Noch während der Ausbildung spielte sie am Düsseldorfer Schauspielhaus die Titelrolle in Kleists „Käthchen von Heilbronn“. Nach ihrem Diplom gehörte sie von 2009 bis 2011 zum festen Ensemble des Deutschen Theaters Berlin und steht seit 2008 zudem in weiblichen Hauptrollen vor der Kamera, so etwa in „13 Semester“, „Blutzbrüdaz“, „Wir sind die Neuen“, „Sex & Crime“ und zuletzt in „Mängelexemplar“, nach einem Roman von Sarah Kuttner.

Berlin. Auf dem Tisch vor Claudia Eisinger hat sich eine andere Welt breitgemacht, bestehend aus Tiegeln, Tuben, Cremes und Sprays, Schwämmen, Pinseln und Farben in allen möglichen Schattierungen und Darreichungsformen. In dieser Welt lebt ein theatralischer Teenager wie „Das Käthchen von Heilbronn“ in friedlicher Koexistenz mit einem filmreifen „Mängelexemplar“ Anfang dreißig und dem aufgehenden Stern des deutschen Kinos. Die äußerliche Zuschreibung ihrer Rollen überlässt sie gerne einschlägigen Profis, denn Eisingers eigentliches Metier ist das Innerliche. Privat bevorzugt sie es eher ungeschminkt, visuell wie verbal.

Frau Eisinger, Sie sind geboren 1984 in Berlin. Ost oder West? Oder sollte man das nicht mehr fragen?

Geboren wurde ich in Mitte und aufgewachsen bin ich in Lichtenberg. Als die Mauer fiel, war ich fünf.

Können Sie sich daran erinnern?

Nicht bewusst. Das heißt, ich kann mich an sehr emotionale Momente erinnern, bei denen mir aber damals nicht klar war, dass sie mit dem Mauerfall zu tun hatten. Zum Beispiel, dass ich auf den Schultern meines Vaters saß, wir…

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Nr. 14/2016