Lesezeit 16 Min
Kultur

Ben Becker

„Mit mir redet man nicht ironisch!“  

ANNE-LENA MICHEL
von
Marcus Ertle
Lesezeit 16 Min
Kultur

Zur Person

Ben Becker wurde 1964 in Bremen als Sohn des Schauspieler-Ehepaares Monika Hansen und Rolf Becker geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend mit Schwester Meret bei seiner Mutter und ihrem Lebensgefährten Otto Sander. Der Schauspieler, Musiker, Sänger und Synchronsprecher mit der unverkennbar tiefen, saalfüllenden Stimme überrascht neben regelmäßigen Auftritten in Kino und TV immer wieder mit herausragend außergewöhnlichen Projekten. So arrangierte er mit Xavier Naidoo die Lyrik von Rilke neu, las die Bibel als „gesprochene Symphonie“ oder brachte mit Oliver Hirschbiegels Drama „Ein ganz gewöhnlicher Jude“ einen 90-minütigen Monolog auf die deutschen Kinoleinwände. Becker lebt mit seiner Lebensgefährtin Anne Seidel und Tochter Lilith in Berlin.

Berlin. Das Allegretto Gran Caffé liegt mitten in Berlin direkt an der Spree mit Blick auf den Berliner Dom am anderen Ufer. Die Sonne brennt, Tauben und Touristen flattern durcheinander. Ben Becker fährt mit dem Taxi vor und nähert sich mit selbstbewusstem Gang in blauer Bomberjacke, Jeans und Sonnenbrille. Nach sorgsamer Wahl eines freien Tisches fernab von Störenfrieden startet ein Gespräch, in dessen konfliktreichem Verlauf Beckers Blick mehr und mehr weg vom Journalisten und hin zum Berliner Dom wandert. Die Fotografin verabschiedet er nach der Session rund um den Altar im Dom mit Handkuss.

Herr Becker, wie behält man lebenslang den Status des Enfant terribles?

Der Begriff bedeutet übersetzt ja „das schreckliche Kind“. Ich bin jetzt zwar schon 52, aber der Titel gefällt mir immer noch. Das hat was von Film Noir, was Französisches. Ich mag es nur nicht, wenn man mich Rüpel nennt.

Und wie bleibt man ein schreckliches Kind?

Ich habe ja nicht nur diesen einen Ruf! Es gibt auch Menschen wie Dr. Dieter Wedel, der über mich sagte, dass ich einer der letzten Titanen bin, was meine Art der Schauspielerei angeht.…

Jetzt weiterlesen für 0,55 €
Nr. 19/2016