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Kultur

„Wir hören nicht auf unseren Instinkt“

Jimmy Nelson inszeniert die letzten indigenen Volksstämme der Welt spektakulär in der Natur. Im Exklusiv-Interview erklärt der Brite, wie schwer der Weg zum Welterfolg seines Projektes „Before They Pass Away“ war und warum er denkt, viele Touristen sollten nun seinen Spuren folgen

Stefan Holm / Shutterstock.com
von
Manfred Zollner
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Kritiker werfen Jimmy Nelson vor, seine Portraits indigener Völker seien fiktionalisierter, anmaßender Ethno-Kitsch, der wenig mit deren heutiger Lebensweise zu tun habe. Der Brite erwidert, er zeige die Stammesmitglieder auf eine romantische, idealisierte Art, seine positiven Bilder sollen als Katalysator den Zugang zu diesen Menschen erleichtern. Nelson inszeniert sie stolz und würdevoll. Er möchte darauf aufmerksam machen, dass diese Kulturen vom Aussterben bedroht sind. Und hat damit sensationellen Erfolg. Sein Bildband „Before They Pass Away“ hat sich über 130.000 Mal verkauft.

Factfile

Jimmy Nelson (*1967 Sevenoaks, GB)

Nach einer Kindheit und Jugend als sozialer Außenseiter, durchquerte er im Alter von 19 Jahren zu Fuß Tibet und begann dabei zu fotografieren. Danach arbeitete Nelson zunächst als Kriegsfotograf in Afghanistan, ab 1997 als erfolgreicher Werbefotograf. Inspiriert von seinem Vorbild Edward Sheriff Curtis begann Nelson 2009 sein Langzeitprojekt „Before They Pass Away“.

fotoMAGAZIN: Sie scheinen bei dem Projekt „Before They Pass Away“ von Anfang an gewusst zu haben, was sie erreichen wollen. Hat Sie der enorme Erfolg Ihrer Arbeit am Ende dennoch überrascht?

Jimmy Nelson:…

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Nr. 12/2016