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Kultur

Der Raum der Psyche

Pieter Hugo ist einer der großen Portraitisten unserer Zeit. Die Bilder des Südafrikaners zeigen die Dissonanzen und Narben der postkolonialen Welt, fahnden nach der Psyche von Individuum und Gesellschaft. Im Exklusiv-Interview zum Start seiner Wolfsburger Werkschau spricht der Fotokünstler mit uns über den politischen Aspekt seiner Werke und den Moment der Anspannung beim Portrait

von Lana Mesic, Pieter Hugo and Creative Court (commissioned by Creative Court) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
von
Manfred Zollner
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Kultur

Köln am 10. Februar 2017. Pieter Hugo hat letzte Korrekturen an der Hängung seiner Ausstellung in der Galerie von Priska Pasquer vorgenommen, die er gleich eröffnen wird. Er kommt gerade aus Wolfsburg, wo er Tage später seine Werkschau „Between the Devil and the Deep Blue Sea“ (bis 23. Juli im Kunstmuseum) startet. Für den 40-Jährigen beginnt mit der in den Feuilletons gelobten Bilderschau ein neuer Lebensabschnitt.

fotoMAGAZIN: Warum haben Sie den Titel „Between the Devil and the Deep Blue Sea“ für Ihre Wolfsburger Ausstellung gewählt?

Pieter Hugo: Diese Redewendung beschreibt das Dilemma, zwischen zwei unliebsamen Situationen wählen zu müssen, also in der Zwickmühle zu stecken. Der Titel funktioniert auf zwei Ebenen: Eine bezieht sich auf die Krise des Mediums Fotografie und die zweite hat mit mir und den Dilemmas zu tun, die mir bei der Arbeit im postkolonialen Kontext begegnen.

fotoMAGAZIN: Für diese umfangreiche Ausstellung ließen Sie Ihre bisherige Karriere Revue passieren. Haben Sie etwas Neues in Ihren Arbeiten entdeckt?

Hugo: Ich finde es interessant, wie sich meine Einstellung zu Teilen der Arbeit verändert hat. Darüber hinaus entdecke ich jetzt Dinge, die ich früher nicht wahrgenommen habe.

fotoMAGAZIN: Zum Beispiel?

Hugo: Meine Pariser „Kin“-Ausstellung erschien mir zunächst sehr negativ. Heute kommt…

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Nr. 5/2017