Lesezeit 18 Min
Wirtschaft

Härtetest für das große Geld

Millionenschwere Depots und anspruchsvolle Kunden – Privatbanken sind die Elite der Vermögensverwaltung. €uro testet sie erneut im großen Private-Banking-Test

Jörg Jäger / €uro
von
Ralf Ferken
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Wirtschaft

Wie reagieren sie? Als wir am 27. Juni 2016 bei der CENIT AG in Stuttgart warten, ist das zunächst unsere wichtigste Frage. Wir, das sind die €uro-Redakteure Ralf Ferken und Lucas Vogel sowie Andreas Beck, Chef des Münchner Instituts für Vermögensaufbau. Sie, das sind die Vertreter der BHF-Bank, der HypoVereinsbank und der Bethmann Bank. Matthias Schmidt, Finanzvorstand der CENIT AG, hat sie eingeladen. Er möchte von ihnen wissen, wie zehn Millionen Euro angesichts negativer Zinsen bestmöglich angelegt werden könnten.

Für die eingeladenen Anlageexperten ist die Situation in zweifacher Hinsicht herausfordernd: Einerseits treten sie gegeneinander an. Zudem schauen ihnen Redakteure von €uro über die Schulter. Beides alles andere als alltäglich.

BHF-Bank. Als die drei Vertreter der BHF-Bank den Besprechungsraum bei der CENIT AG betreten, hören sie gelassen zu, als €uro-Chefredakteur Lucas Vogel den Testfall auf klärt. Sie müssen sogar schmunzeln. Der Fall ist klar: Michael Bauernfeind, Matthias Damm und Matthias Werner nehmen die Herausforderung an. Sie freuen sich sogar darauf. Sie haben beim Private-Banking-Test des €uro-Magazins schon häufiger sehr gut abgeschnitten. Auch in diesem Jahr, wie wir ihnen bestätigen können. Zunächst stellen alle drei sich vor. Das gehört sich so. Matthias Werner ist nominell der Höchstrangige unter ihnen, er leitet das Private Banking in der Frankfurter Zentrale. Michael Bauernfeind und Matthias Damm arbeiten beim BHF-Trust in Frankfurt, der Vermögensverwaltung des Hauses. Sie haben den Anlagevorschlag mit ausgearbeitet.

Dann übernimmt wieder Werner und stellt die BHF-Bank vor. Auch das ist üblich bei solchen Terminen. „Wir gehören seit März 2016 zur Oddo-Gruppe aus Frankreich, die ideal zu uns passt“, erläutert er. Werner muss so etwas sagen. Aber es ist tatsächlich eine gute Nachricht. Lange Zeit war unklar, zu wem die BHF-Bank gehören wird. Diese Frage ist nun vom Tisch. Endlich.

Dann ist Michael Bauernfeind dran. Er möchte erklären, wie die BHF-Bank investiert. „Investment-Prozess“ heißt das im Fachjargon. „Wir setzen auf Qualität und Bewertung“, sagt Bauernfeind und illustriert dies mit zwei Beispielen, bei denen entweder die Qualität oder die Bewertung nicht ausreicht. „Wir kaufen nicht opportunistisch Deutsche-Bank-Aktien, nur weil die Papiere gefallen sind“, sagt er. „Wir werden in absehbarer Zeit auch keine Aktien von Facebook oder…

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Nr. 12/2016