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Und? Wie war ich?

Feedback ist gut. Bringt uns weiter. Lässt uns wachsen. Trotzdem tun gerade wir Frauen uns oft schwer damit. Wir eiern rum oder sind zu harsch. Und gut einstecken können wir auch nicht. Wirklich? Forscher haben jetzt herausgefunden, dass Frauen häufig ungerecht und zu persönlich kritisiert werden – sogar von Frauen. Wie macht man es denn nun richtig?

geralt / pixabay.com
von
Miriam Böndel
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Eigentlich ist das mit dem Feedback eine einfache Sache: Man sagt dem anderen, was man gut findet bzw. fand und was man verbessern würde. Der bedankt sich, denkt darüber nach und guckt, ob er künftig etwas ändern möchte. Dabei verfährt man nach der Sandwich-Methode: positiver Ein- und Ausstieg, Kritik in die Mitte, Ich-Botschaften und keine Generalisierungen. So viel zur Theorie.

In der Praxis ist Feedback dagegen oft nicht leicht zu geben – und noch weniger leicht auszuhalten. Sogar Susan Sontag, bekannt für ihre scharfe Gesellschaftskritik, hat mal gesagt: „Ich verstecke mich vor Kritik. Weil sie sehr wehtut.“ Die Erfahrung, dass so ein Gespräch aufwühlend sein kann, macht fast jeder. Die meisten von uns behalten dann ihre Gefühle für sich, schließlich möchte man als professionell wahrgenommen werden – egal, wie sehr es unter der Oberfläche brodelt.

Feedback haftet immer noch das Image von Zurechtweisung an. Es ist das Wort, das uns zurückzucken lässt. Dabei ist es unsere wichtigste Lernquelle im Job, ohne Feedback können wir weder unser Potenzial ausschöpfen noch uns wirklich weiterentwickeln. Warum tun wir uns trotzdem so schwer damit?

Um das festzustellen, braucht es nicht mal das alljährliche Mitarbeitergespräch, dazu muss man nur die Kommunikation im Büro beobachten. Selbst wenn die liebste Kollegin uns nach einer Präsentation fragt: „Was denkst du?“, stammelt man manchmal etwas davon, „dass das doch eigentlich schon ganz gut gelaufen…

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Nr. 8/2017