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Gesellschaft

Kinder? Nein! Muttergefühle? Ja, klar!

Frauen, die keine Kinder kriegen, sind egoistisch? Quatsch! „Otherhood“ heißt die Bewegung, die zeigt: Mütterlichkeit kann man trotzdem leben. Wie diese vier Frauen, die sich gern um den „Nachwuchs“ kümmern – ihre Firma, ihr Projekt, ihre Menschen

Andriy Solovyov / shutterstock.com
von
Maja Beckers
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Gesellschaft

Andere Frauen haben eine biologische Uhr, die geht ‚Tock, tock, Baby!‘ Meine ging ‚Tock, tock, boom!‘ Wie eine Explosion“, erzählt Elizabeth Gilbert. Sie war verheiratet, lebte erfüllt mit ihrem Mann in einem Haus in einem hübschen Vorort. Der nächste Schritt, fand er, seien Kinder. Aber sie hatte das Gefühl, sie müsste da raus, leben, die Welt sehen. Sie ließ sich scheiden, ging auf Weltreise, meditierte im Aschram – ihr Buch darüber, „Eat Pray Love“, wurde weltweit zum Bestseller. Reisen und sich selbst finden – auf den ersten Blick erfüllt Gilbert damit das Klischee, das wir parat haben für eine Frau, die keine Kinder möchte: die Hedonistin, die vor allem an sich selbst denkt. Denn Frauen, die keine Kinder wollen, gelten als egoistisch. Frauen, die keine bekommen können, tun uns leid. So oder so, ihnen allen fehlt angeblich etwas – als sei jede Frau dazu bestimmt, Mutter zu sein.

Gilbert, 46, wehrt sich gegen dieses Vorurteil, auf Oprahs Winfreys TV-Couch erklärte sie: „Es gibt Frauen, die sind dafür gemacht, eine Mutter zu sein, es gibt Frauen, die sollten Tanten sein, und es gibt Frauen, die sollten nicht näher als drei Meter an ein Kind herangelassen werden.“ Die beiden waren sich einig, dass sie zum Tanten-Team gehören. „Gib mir ein Kind und es wird geknuddelt“, sagt Gilbert. „Ich liebe es, Kinder aufwachsen zu sehen und für sie da zu sein, ich hatte nur nie das Bedürfnis, ein eigenes zu haben.“

So widerlegt Gilbert das Klischee der…

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06.07.2016