Lesezeit 7 Min
Kultur

Ganz zart, kann auch hart

Seit wir gesehen haben, wie lässig sie Wotan Wilke Möhring im „Tatort“ bis ins Mark verunsichert, fragten wir uns: Wer ist diese Frau, die so zerbrechlich aussieht und so cool handelt? Und jetzt, sehr mutig, steigt sie aus der Krimi-Rolle schon wieder aus. Wir ahnten bereits vor unserem Gespräch: Petra Schmidt-Schaller hat noch einige Überraschungen parat

Denis Makarenko / Shutterstock.com
von
Martina Wimmer
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Petra Schmidt-Schaller schließt die Augen, wenn sie nach Antworten sucht, und entwaffnet ihren eigenen Ernst mit einem wunderbaren Lächeln. Sie wirkt zart, was sich am Ende unseres Gesprächs relativiert, wenn sie mit Lederjacke bewehrt, in der Großstadt verschwindet: eine echte Berlinerin, klug, eigensinnig und mit viel Humor.

Frau Schmidt-Schaller, da haben wir gedacht, endlich mal eine Liebesgeschichte mit Potenzial beim „Tatort“, aber Sie hören schon wieder auf. Warum?

Ich habe schnell gemerkt: Ich kann mich nicht für so viele Jahre festlegen. Immer wieder dieser Rolle begegnen, immer wieder nur ermitteln – das ist nicht mein Weg.

Halten Sie jetzt nicht viele für verrückt?

Klar. Allein schon, weil ich dann nicht mehr Wotan Wilke Möhring küssen darf.

Also, wie Ihre Figur Katharina Lorenz über die gemeinsame Nacht mit ihm hinweggegangen ist, war ja auch irritierend cool. Sie werden gern mit „blond, schön, unterkühlter Sex-Appeal“ beschrieben. Nervt Sie das Stereotyp?

Zum Glück habe ich mit meiner Rollenwahl erfolgreich gegengesteuert. Aber natürlich kenne ich die Vorurteile, denen man begegnet. Es ist spannend, wie viel davon schon verfliegt, wenn ich meine Brille aufsetze.

Ihre Eltern, Christine Krüger und Andreas Schmidt-Schaller, sind beide Schauspieler, und Ihre Mutter ist zudem noch Schauspielprofessorin. Fragen Sie die beiden um Rat?…

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Nr. 9/2015