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Kultur

Dieser Frau ist gar nichts peinlich

Für Nora Tschirner gilt: Verbiegen ist nicht. Schönheitsideale, 5000-Euro-Kleider, Menschen, die an sich rummäkeln, können die Schauspielerin mal. Denn in Sachen Selbstliebe ist sie „an einem guten Punkt“. Sehr cool!

By Siebbi (Nora Tschirner) [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons
von
Ulrike Bremm
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Kultur

Eingehüllt in Bettdecken setzen wir uns raus auf den Balkon. Es ist abends, das Fotoshooting im „Gorki Apartments“ in Berlin-Mitte liegt hinter uns. Als ich Nora Tschirner erzähle, dass „Embrace“ mich mehrmals zu Tränen gerührt hat, reckt sie die Faust in die Luft und schreit „Yeah!“. Wie sehr der von ihr mitproduzierte Dokumentarfilm ihr am Herzen liegt, lässt sich daran ermessen, dass sich die sonst eher interviewscheue Schauspielerin zweieinhalb Stunden Zeit für unser Sundowner-Gespräch nimmt.

„Abstoßend“ oder „dick“ – das waren die Worte, mit denen weltweit die meisten Frauen ihren Körper beschreiben würden, als die australische Dokumentarfilmerin Taryn Brumfitt sie für ihren Film „Embrace“ darum bat.

Krass, oder? Seinen Körper so anzunehmen, wie er ist – an dieser Herausforderung scheinen viele zu scheitern. 2013 postete Taryn auf Facebook Vorher-Nachher-Fotos, die sie als Bodybuilderin zeigen sowie nackt mit der ganz normalen Figur einer dreifachen Mutter. Diese Bilder wurden über 100 Millionen Mal geklickt.

Äußerlichkeiten spielen in Ihrer Branche eine große Rolle ...

Diese Themen kommen ständig auf: beim Casting, am Set, beim Fotoshooting, auf dem roten Teppich. Egal wie man von Natur aus gebaut ist, man findet immer etwas, in das man sich hineinsteigern kann, das sozusagen optimierbar wäre. Ich habe mich vor etlichen Jahren entschieden, da gegenzusteuern, mich nicht mehr zu kasteien. Mit…

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Nr. 6/2017