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Kultur

Diane 4.0

Diane Kruger hat sich neu erfunden: Im aktuellen preisgekrönten Film von Fatih Akin zeigt sie sich so rau und kaputt, wie sie es sich selbst fast nicht zugetraut hätte. Mit uns sprach die Schauspielerin über ihre Neugeburt mit vierzig

By The Peabody Awards [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons
von
Miriam Böndel
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Kultur

Wie steht es eigentlich um die Wette zwischen Ihnen und Fatih Akin? Sie haben eingewilligt, sich ein Anker-Tattoo stechen zu lassen, wenn es Ihr gemeinsamer Film „Aus dem Nichts“ nach Cannes schaffen würde.

(Diane Kruger lacht laut auf, schlägt sich erst die Hände vors Gesicht und öffnet dann die Schnalle ihres Schuhs: An ihrer Ferse kommt ein kleiner Anker zum Vorschein.) There it is! Aber das mache ich sicher nicht noch mal. Ich kann nur davon abraten, nachts betrunken eine Wette mit Fatih einzugehen.

Ihre Filmfigur Katja ist übersät mit Tattoos – und der Look steht Ihnen ziemlich gut. Überhaupt hat man das Gefühl, Sie noch nie so rau gesehen zu haben, mit verfransten Haaren, ungeschminkt und im Hoodie. Hat Sie diese Verwandlung Überwindung gekostet?

Tatsächlich war es krass, mich selbst so zu sehen. Aber ich wollte diese Veränderung. Ich habe mich mit Fatih lange auf die Rolle vorbereitet, bin in Hamburg in die Kneipen gegangen, in denen Katja unterwegs gewesen wäre, und wir haben jedes Tattoo, das sie sich neu hat stechen lassen, besprochen. Für mich ist dieser Film wie eine Neugeburt.

Warum hat man Ihnen vorher diese Coolness nicht zugetraut?

Es gab bis jetzt keinen Regisseur, der das in mir gesehen hat. Aber tatsächlich habe auch ich das lange nicht. Wie im wirklichen Leben braucht man auch als Schauspieler Zeit, sich zu entwickeln. Man braucht Lebenserfahrung, eine…

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Nr. 12/2017