Lesezeit 7 Min
Fernweh

Berge oder Meer?

Was ist besser? Wir haben zwei Frauen gebeten, ihre bevorzugten Ferienziele zu tauschen und haben Meer-Liebhaberin Miriam Böndel nach Osttirol und Gebirgsfan Greta Lührs an die holländische Nordsee geschickt. Ein Experiment mit Perspektivwechsel

3093594 / pixabay.com
von
Miriam Böndel
und
Greta Lührs
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Fernweh

Berge

Was für Farben! Auf der kleinen Plattform des Naturschauplatzes Kartnall angekommen, kann ich das erste Mal einen Blick über das Stubaital und die Alpen werfen. Das schmale Tal schlängelt sich an den Bergen entlang, wie ausgewaschen sieht es aus. Davor sanfte grüne Wiesen, Fichten und Kiefern, die die steilen Hänge erklommen haben, bis hoch oben nichts mehr ist als schroffer Fels und Kalkstein, der in den Himmel ragt. In der Sonne schimmern die Gipfel in allen nur erdenklichen Grautönen, und die vorüberziehenden Wolken zaubern Schattenspiele.

Meine Augen können sich gar nicht sattsehen. Diese Tiefe, diese Weite! Für Menschen, die ständig in die Berge fahren, mag das keine sonderlich aufregende Erkenntnis sein, aber mich beeindruckt diese Dreidimensionalität der Natur. Die Landschaft sieht aus, als würde ich mitten in einem Gemälde stehen.

Als Hamburgerin bin ich ein echtes Nordseekind. Auch wenn es heute für mich nicht immer Dänemark sein muss, bin ich meiner Liebe zum Meer stets treu geblieben. Zum Wandern in den Bergen war ich nur einmal, mit zwölf, die Eltern meiner besten Freundin hatten mich mitgenommen. Jetzt frage ich mich: Wie konnte ich diesen Anblick nur jemals vergessen?

Am nächsten Morgen merke ich, dass der Süden…

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Nr. 9/2017