Lesezeit 8 Min
Gesellschaft

Adieu, liebe Eltern!

Wer Vater und Mutter auf keinen Fall enttäuschen will, bleibt ewig klein. Wie man sich von deren Erwartungen befreit, erklärt ein kluges neues Buch

sheldonl / pixabay.com
von
Kristina Appel
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Gesellschaft

Solange ich mich an meinen Eltern abarbeite, habe ich noch nicht ins eigene Leben gefunden.“ Autsch. Wer fühlt sich angesprochen? Die meisten wahrscheinlich. Denn die Beziehung zu den Eltern ist nicht nur die elementarste, die das Leben zu bieten hat, sondern auch die komplizierteste. In keiner anderen sind alle Beteiligten aufgefordert, ihre Rolle frü- her oder später völlig neu zu definieren. Geschieht das nicht, können Kinder nicht zu selbstbestimmten Erwachsenen werden. Und wer nicht selbstbestimmt lebt, das wissen wir ja, kann auf Dauer nicht glücklich sein. Aber wie können Eltern und Kinder einander loslassen, ohne sich gegenseitig zu enttäuschen? Gar nicht, behauptet Dr. Michael Bordt (von dem auch der Satz oben stammt). Und das sei auch gut so. Denn in der Enttäuschung, so der Autor des Buchs „Die Kunst, die Eltern zu enttäuschen“, liege der Weg zur Freiheit.

Wie war das früher so mit Ihren Eltern? Lag da immer schon in der Luft, welchen Weg Sie gehen sollten? Hat man Ihnen vielleicht ständig erzählt, dass Sie einmal ein besseres Leben führen sollen? Oder war seit jeher die Rede davon, dass Sie in Ihres Vaters Fußstapfen treten würden – sei es als Teil des Familienunternehmens oder in der Berufswahl. Wahrscheinlich hat sich das damals auch richtig angefühlt, sogar richtig schön.

Wie ist es heute? Mussten Sie irgendwann erkennen, dass die Wünsche Ihrer Eltern nicht mehr mit Ihren eigenen übereinstimmen? Dann sind Sie vielleicht – hoffentlich –…

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Nr. 1/2018