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Kultur

Reichtum im Winkel

Das westliche Mittelfranken ist dünn besiedelt, aber reich an Theater. Das Stadttheater Ansbach startet mit Susanne Schulz in eine neue Intendanz, am Landestheater Dinkelsbühl sorgt Peter Cahn bereits seit 14 Jahren für ambitionierte Unterhaltung  

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von
Detlef Brandenburg
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Westmittelfranken? Wer selbst die Mitte noch in Ost und West unterteilt, dem ist offenbar kein schöner Name für den betreffenden Landstrich eingefallen. Aber warum eigentlich nicht? Diese Region zwischen Rothenburg und Schwabach, Neustadt und Dinkelsbühl hat doch viel zu bieten: lauschige Täler und sanfte Höhen, verträumte Dörfer und wuselige Städtchen. Wolframs-Eschenbach beansprucht den Ruf als „Stadt des Parzivaldichters“, Rothenburg ob der Tauber ist dank seines spätmittelalterlichen Stadtbildes ein internationaler Touristenmagnet, Dinkelsbühl bietet die nicht so Tourismus-überlaufene Alternative; und die Bezirkshauptstadt Ansbach weist mit ihrer Geschichte der Markgrafen und des Fränkischen Rokoko ebenfalls eine architektonisch sehr präsente Vergangenheit auf.

Der Zeitpunkt, seit Ansbach auf der deutschen Theaterlandkarte ein roter Punkt ist, datiert allerdings erst auf das Jahr 2007. Bis dahin hatte hier die Genossenschaft Haus der Volksbildung (die heute Genossenschaft Theater Ansbach – Kultur am Schloss heißt) einen Theatergastspielbetrieb organisiert, groß aufgezogen sogar, aber ohne Profil. Dann wurde von 2001 bis 2003 das Borkholder-Haus (das vormals Haus der Volksbildung hieß) renoviert. Und die Ansbacher Gründerväter hatten das Gefühl, dass diese vom Bauhaus-Stil geprägte Location zu schade sei für einen Gastspielbetrieb. Die Genossenschaft bestellte Jürgen Eick zum Gründungsintendanten–…

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Nr. 12/2015