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Kultur

"Lieber Fisch im Meer"

„Gold“ von Komponist Leonard Evers und Librettistin Flora Verbrugge ist das aktuell wohl erfolgreichste Stück im zeitgenössischen Musiktheater für Kinder. Inszenierungen in Stuttgart, Dortmund und Hagen zeigen, wie vielfältig man den Plot nach Grimms „Vom Fischer und seiner Frau“ auf die Bühne bringen kann

sabines / pixabay.com
von
Ulrike Kolter
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Was derzeit das Schauspiel „Tschick“ für das junge Schauspiel ist, das ist das Musiktheater „Gold“ für die junge Oper. Allein im März hatte „Gold“ – geschrieben von der niederländischen Librettistin Flora Verbrugge und dem Komponisten Leonard Evers – Premiere in Rostock, Würzburg und Pforzheim, im April folgt das Theater St. Gallen, im Mai dann Freiburg. In vielen Theatern wie in Bielefeld oder am Theater Vorpommern ist es aktuell im Repertoire. Die zahlreichen Neuinszenierungen nach der Uraufführung 2012 am Theater Sonnevanck im niederländischen Enschede sind jedoch nicht allein durch den bekannten, publikumswirksamen Märchenstoff der Gebrüder Grimm, „Vom Fischer und seiner Frau“, zu begründen, der den Plot liefert.

Auch die Besetzung mit lediglich zwei Personen – einem Perkussionisten und einer Sängerin – ist dispositionsfreundlich. Zudem kommt die Komposition zwar „zeitgenössisch“ daher, ist hauptsächlich aber mit wunderbar eingängigen, melodiösen Passagen durchzogen, wahre Ohrwürmer wie etwa das „Bitte sehr, lieber Fisch im Meer“, das Jacob immer wieder in die tosende Brandung singt. Oder die lautmalerisch den Wellen des Meeres nachempfundenen Arpeggien des Marimbaphons, die gelegentlich an Filmmusik von John Williams erinnern.

Anders als bei Grimms Märchen ist in „Gold“ der Sohn des Fischerpaares, Jacob, die erzählende Hauptfigur. Am Strand lebt er mit seinen Eltern, bitterarm in einer Sandkuhle schlafend, bis er eines…

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Nr. 5/2017