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Kultur

„Ich bin eine Umwerbungsmaschine“

Matthias Lilienthal tritt seine Intendanz an den Münchner Kammerspielen an. Ein Berliner Theaterrevoluzzer, der eher in Wohnungen oder auf Straßen spielen lässt als in klassischen Theaterräumen, wird Leiter des altehrwürdigen Münchner Literaturtheaters. Wir trafen ihn in der Kantine

Heinrich-Böll-Stiftung, Matthias Lilienthal/flickr.com
von
Detlev Baur
und
Anne Fritsch
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Kultur

Herr Lilienthal, bis 1998 waren Sie Chefdramaturg an der Berliner Volksbühne, dann haben Sie das Festival „Theater der Welt“ vorbereitet. Damals war Dieter Dorn regieführender Intendant der Münchner Kammerspiele – und es war völlig undenkbar, dass Sie einmal die Leitung dieses Theaters übernehmen würden.

Unser Gesprächspartner

Matthias Lilienthal wurde 1959 in Berlin geboren. Er war von 1988 bis 1991 Dramaturg am Theater Basel. Bis 1998 war er Chefdramaturg an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. 2002 war Lilienthal Programmdirektor des Festivals Theater der Welt im Rheinland, von 2003 bis 2012 arbeitete er als künstlerischer Leiter und Geschäftsführer am Hebbel am Ufer (HAU) in Berlin. 2014 leitete er erneut Theater der Welt (in Mannheim), mit Beginn der Spielzeit 2015/2016 wird Lilienthal Intendant der Münchner Kammerspiele.

Matthias Lilienthal: Im Jahr 2000 war ich ja selbst ein Stadttheaterfuzzi und freue mich, es jetzt wieder sein zu dürfen. Strukturell gesehen war die Volksbühne damals nichts anderes als ein Stadttheater, was sie heute nicht mehr ist. Obwohl die Arbeit an der Volksbühne im Grunde ja auch etwas von freier Gruppenarbeit hatte: Da gab es den Castorf-, den Kresnik-, den Marthaler- und den Schlingensief-Clan.

Die Volksbühne war also schon in den 90er-Jahren…

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Nr. 7/2015