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Gesellschaft

„Die Arbeitslast ist gewachsen“

Das St. Elisabeth-Krankenhaus in Leipzig und die Chemnitzer Oper sind zwei grundverschiedene Arbeitswelten. Trotzdem ist der Koordinationsaufwand von Arbeits- und Familienalltag ähnlich kompliziert: Krankenpfleger Johannes Drechsler und Chorsänger Stephan Hönig über gesteigerte Produktivität in ihren Arbeitsstätten, Kinderbetreuung und die Planbarkeit von Freizeit

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von
Ulrike Kolter
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Gesellschaft

Wie sind Sie beide zu Ihren Berufen gekommen?

Johannes Drechsler: Ich habe nach dem Abitur Zivildienst gemacht und eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Auf der Station hat es mir dann sehr gefallen, das Team war gut – und das ist ja bei jeder Arbeit wichtig!

Stephan Hönig: Ich habe in der DDR die 10.Klasse gemacht, durfte aber kein Abitur machen. Deshalb habe ich erst Krankenpfleger gelernt. Mit der Wende wurde das Krankenhaus aber zunehmend ein Reparaturbetrieb, viel Administration, Dokumentation, weniger Zeit am Patienten. Alles wurde immer ökonomischer.

Inzwischen arbeiten Sie seit vielen Jahren als Sänger im Chemnitzer Opernchor. Wie kam es zu der beruflichen Kehrtwende?

Stephan Hönig: Parallel zur Arbeit am Krankenhaus war ich lange im Chor. Meine Gesangslehrerin riet mir dann, an der Hochschule vorzusingen. Das war alles etwas fremdbestimmt. Ich studierte also in Leipzig, ging aber zwischenzeitlich noch mal zurück ans Krankenhaus. Dort wollte ich einiges umgestalten, ökonomischer. Aber das funktionierte nicht, also brachte ich das Gesangsstudium zu Ende und wurde Sänger.

Stichwort Arbeitsalltag: Wie läuft bei Ihnen beiden die Zeiteinteilung zwischen Job und Freizeit und entsprechend die Organisation des Familienlebens?

Johannes Drechsler: Ich arbeite im Krankenhaus 85 Prozent im…

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Nr. 4/2017