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Kultur

„Der Bühnenverein ist ein zerbrechlicher Riese“

Nach dem plötzlichen Tod der Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler ist Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters in Berlin und langjähriger Vorsitzender der Intendantengruppe, zum Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins gewählt worden. Er möchte den Verband beweglicher machen und ihn gegenüber der Öffentlichkeit in eine offensivere Position bringen

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von
Detlef Brandenburg
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Herr Khuon, die Gründe, dass Sie nun eine Aufgabe übernommen haben, die in Ihrer Lebensplanung ursprünglich nicht vorgesehen war, sind von trauriger Art. Das Präsidentenamt des Deutschen Bühnenvereins war nach dem plötzlichen Tod von Barbara Kisseler verwaist und der Bühnenverein dadurch in einer schwierigen Situation. Sie übernehmen jetzt. Sehen Sie sich eher als Helfer in der Not oder auch als Gestalter, der Zukunftsperspektiven initiieren möchte?

Ulrich Khuon: Barbara Kisseler war eine ideale Präsidentin. Wir alle waren froh, dass sie das Amt übernahm, und ich hatte einen gewissen Anteil daran, dass sie sich für diese Aufgabe bereit erklärte. Dass ich ihre Nachfolge übernehme, ist eine Geste an Barbara Kisseler, aber auch an die Mitglieder des Bühnenvereins. Diese Ansammlung von Menschen, die ein gemeinsames Ziel verbindet, nämlich nach der verstörenden Schönheit von Kunst zu suchen, diese komplizierte Gruppe ist mir ans Herz gewachsen.

Wie nehmen Sie denn die gegenwärtige Situation des Bühnenvereins wahr?

Ulrich Khuon: Der Bühnenverein ist ein zerbrechlicher Riese und manchmal auch ein Scheinriese. Die komplexen Strukturen sorgen bei vielen Betrachtern von außen für Verwirrung. Sie machen schnelle Entscheidungen schwer. Das ist manchmal ein Vorteil, manchmal ein Nachteil. Hier sollten sich Theaterträger, also die Politik und die Akteure, sowie die Intendantinnen und…

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Nr. 3/2017