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Wissen

„Zuflucht in der Schönheit“

Wir müssen sterben – und leider wissen wir das. Der Psychologe Sheldon Solomon hat erforscht, wie die Furcht vor dem Tod unser Leben bestimmt.

JASON GROW / DER SPIEGEL
von
Rafaela von Bredow
und
Johann Grolle
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„Denn alles Fleisch, es ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blumen. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen.“

Aus „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms nach 1. Petrus 1,24

Solomon

62, ist Sozialpsychologe am Skidmore College in Saratoga Springs im Bundesstaat New York. In den vergangenen 30 Jahren haben er und Kollegen weltweit in mehr als 500 Experimenten ergründet, wie die Angst vor dem Tod Denken und Handeln des Menschen regiert: „Terror-Management“ nennen die Forscher den Umgang des Menschen mit der eigenen Endlichkeit. In ihrem inzwischen auf Deutsch 
erschienenen Buch haben sie die faszinierenden Befunde aus dem Abgrund der menschlichen Seele zusammengetragen:

Sheldon Solomon, Jeff Greenberg, Tom Pyszczynski: „Der Wurm in unserem Herzen“. DVA, München; 368 Seiten; 24,99 Euro.

SPIEGEL: Professor Solomon, Sie haben sich fast Ihr gesamtes Berufsleben lang mit der Angst vor dem Tod befasst. Können Sie sich erinnern, wann Sie diese Furcht erstmals empfunden haben?

Solomon: Oh, das weiß ich noch ganz genau. Ich war acht Jahre alt, und eines Abends sagte meine Mutter: "Nimm Abschied von Großmutter. Sie wird nicht mehr lange bei uns sein." Und tatsächlich starb sie am nächsten Tag. Ich erinnere…

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Nr. 25/2016