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Kultur

"Wir wollen teilhaben an der Welt"

Der ukrainische Oligarch Wiktor Pintschuk über sein Engagement für die Kunst

BÄRBEL SCHMIDT / DER SPIEGEL
von
Ulrike Knöfel
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Kultur

Pintschuk, 54, gehört zu den Industriemagnaten der Ukraine. Seine jüdischen Eltern waren vom Sowjetstaat diskriminiert worden. Sein Imperium baute Pintschuk vor allem während der Präsidentschaft seines Schwiegervaters Leonid Kutschma auf. Pintschuk selbst war von 1998 bis 2006 Abgeordneter des ukrainischen Parlaments. Er gründete die Röhrenfabrik Interpipe, aber auch den Mischkonzern Eastone, zu dem Metall verarbeitende Unternehmen, Fernsehsender, Verlagshäuser sowie ausländische Investment- und Immobilienfirmen gehören. Zudem richtete er eine Stiftung für soziale und kulturelle Projekte ein und eröffnete ein Privatmuseum. Pintschuk sammelt und fördert vor allem zeitgenössische Kunst.

SPIEGEL: Herr Pintschuk, warum unterstützen und finanzieren Sie die Teilnahme der Ukraine an der Kunstbiennale in Venedig?

Pintschuk: Weil ich glaube, dass es das Ansehen der Ukraine verändert, wenn in Venedig junge, kritische, freie Künstler aus unserem Land gezeigt werden. Und ich glaube auch, dass die Teilnahme der Ukraine dabei hilft, die ausländische Unterstützung zu bekommen, die sie für ihr Überleben benötigt. Dieses Werben für die Ukraine ist Teil einer langfristigen Strategie, die ich seit mehr als zehn Jahren verfolge, um dieses Land zu verändern. Wir wollen teilhaben…

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Nr. 19/2015