Lesezeit 9 Min
Politik

„Wir sollten uns Sorgen machen“

Die Historikerin Anne Applebaum spricht über die Welt mit einem Präsidenten Donald Trump, über Putin und die neue Kriegsgefahr.

ANDREA ARTZ / DER SPIEGEL
von
Gordon Repinski
und
Christoph Scheuermann
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Politik

Anne Applebaum, 52

ist Russlandexpertin und hat für ihr Buch "Gulag" den Pulitzerpreis bekommen. Die Yale-Absolventin schreibt regelmäßig für "Washington Post" und "Foreign Policy" und ist verheiratet mit dem ehemaligen polnischen Außenminister und Parlamentspräsidenten Radosław Sikorski.

SPIEGEL: Frau Applebaum, wird die Welt mit Donald Trump gefährlicher, oder sollten wir entspannt bleiben?

Applebaum: Die Welt war immer gefährlich. Aber jetzt wird sie auf andere Art unsicher. Die existierende Ordnung, wie wir sie seit dem Ende des Kalten Krieges gewohnt waren, wird sich radikal transformieren. Die Institutionen, die Frieden brachten und Freihandel ermöglichten, werden schwächer – die Nato, die EU, die Handelszone zwischen den USA, Mexiko und Kanada. Das Verhältnis zwischen den USA und anderen Staaten wird sich rasant verändern.

SPIEGEL: Was sorgt Sie am meisten?

Applebaum: Ich möchte nicht das Elend vorhersagen. Aber ich mache mir Sorgen um eine neuerliche russische Besetzung von Teilen Osteuropas. Auch um eine neue russische Kampagne, Einfluss auf Deutschland und andere Teile des Kontinents zu nehmen, um die Politik weniger demokratisch zu machen. Ich mache mir auch Sorgen darum, dass die USA einen Handelskrieg mit…

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Nr. 4/2017