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»Wir haben zu viele SUVs«

Karl-Thomas Neumann war Volkswagen-Manager und Opel-Chef. Nun denkt er über autofreie Städte und das Ende des Verbrennungsmotors nach.

CHRISTOPH NEUMANN / DER SPIEGEL
von
Simon Hage
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SPIEGEL: Herr Neumann, Sie waren vier Jahre lang Opel-Chef. Warum haben Sie die Marke nicht auf E-Mobilität getrimmt?

Neumann: Am Anfang hatte ich das noch nicht so klar gesehen. Ich dachte, ich müsste erst mal das Kerngeschäft in Ordnung bringen. Aber in der Dieselkrise habe ich bemerkt, dass ich meine Haltung radikal ändern muss. Ich hatte sogar einen Plan entwickelt, Opel zum reinen Elektroanbieter umzubauen. Das hätte der Marke sicher einen großen Schub verliehen.

Zur Person

Neumann, 57, führte von März 2013 bis Juni 2017 den Autohersteller Opel. Zuvor verantwortete er im Volkswagen-Konzern die Elektroantriebe und das China-Geschäft. Zuletzt investierte er in ein Berliner Mobilitäts-Start-up.

SPIEGEL: Warum haben Sie den Plan nicht umgesetzt?

Neumann: Weil der damalige Eigentümer General Motors sich entschieden hat, Opel an den französischen PSA-Konzern zu verkaufen.

SPIEGEL: Der Diesel, Vorzeigetechnik der Deutschen, ist in Verruf geraten. Die Verkäufe brechen immer weiter ein, in den Innenstädten drohen Fahrverbote. Was ist schiefgelaufen?

Neumann: Wir als Autoindustrie haben uns komplett verrannt. Das begann bei der…

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Nr. 15/2018