Lesezeit 9 Min
Wirtschaft

„Wir brauchen einen Moral Monday“

BWL-Professorin Evi Hartmann fordert mehr Nachdenken über ethischen Konsum – von Unternehmen und Managern, aber auch von jedem einzelnen Kunden.

TIM WEGNER / DER SPIEGEL
von
Susanne Amann
und
Alexander Jung
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Wirtschaft

Hartmann, 42, ist studierte Wirtschaftsingenieurin und Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Erlangen-Nürnberg. Sie ist auf Supply Chain Management spezialisiert, die Optimierung von Lieferketten. In diesem Prozess üben Unternehmen oft den größten Preisdruck aus – und verursachen damit unfaire Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen.

SPIEGEL: Frau Hartmann, wissen Sie, wo die Bluse gefertigt wurde, die Sie tragen?

Hartmann: Vermutlich in Bangladesch. Aber Sie haben mich ertappt: Ich weiß es nicht genau.

SPIEGEL: Interessiert es Sie nicht, unter welchen Umständen Ihre Kleidung hergestellt wird?

Hartmann: Grundsätzlich schon. Aber ich bin da wie viele Verbraucher: Ich denke nicht genug darüber nach und handle deshalb oft nicht so moralisch, wie ich es eigentlich gern täte. Dabei wäre es ein Schritt in die richtige Richtung, mit kleinen Verhaltensänderungen anzufangen, die in der Summe etwas bewirken. Auch wenn ich nicht bei jedem Einkauf darauf achte, versuche ich doch insgesamt, bewusster zu leben.

SPIEGEL: Was bedeutet das für Ihr Konsumverhalten?

Hartmann: Ich überlege mir vorher, welche Marken ich kaufen will oder in welche Geschäfte ich gehe. Natürlich kaufe ich nicht nur fair hergestellte T-Shirts oder Hosen, denn mir ist Mode wichtig, und Kleidung hat einen gewissen…

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Nr. 7/2016