Lesezeit 8 Min
Gesellschaft

„Wie in einem Actionfilm“

Vor dem G-20-Treffen hatten mehrere Menschen im SPIEGEL berichtet, warum sie in Hamburg demonstrieren wollten. Nun erzählen sie, was sie erlebt haben.

ROBIN HINSCH / DER SPIEGEL
von
Laura Backes
,
Maik Baumgärtner
,
Hubert Gude
und
Gunther Latsch
Lesezeit 8 Min
Gesellschaft

Der Kurde

Huseyin Inan, 19, studiert Politikwissenschaft in Düsseldorf und protestierte gegen Erdoğan und die, die er als dessen Helfer ansieht. 

co-sp-2017-030-0048-02-7295-bi.jpg

Der Kurde

"Wir in unserer kurdischen Jugendorganisation Ciwanen Azad finden: Die Proteste waren ein voller Erfolg. Einige Genossinnen und Genossen hatten Angst vor der Reaktion der Polizei, wenn wir unsere Flaggen zeigen. Die sind ja in Deutschland verboten. Das wurde in der Vergangenheit manchmal als Provokation verstanden, die Polizei ist dann in die Demo reingegangen. In Hamburg war es anders. Als wir sie auf der Samstagsdemo gezeigt haben, wurden wir von niemandem angesprochen und konnten sogar ungestört Tausende Fähnchen verteilen. Was allerdings in den Tagen davor passiert ist, hat einige traumatisiert. Ich war selbst am Donnerstag auf der 'Welcome to Hell'-Demo, eher im hinteren Teil und am Rand. Ich war geschockt, wie schnell es vorbei war. Polizisten prügelten wahllos auf Leute ein, ich verlor einen Teil meiner Gruppe aus den Augen und floh Richtung Wasser. Dort sah ich, wie jemand aus Angst in die Elbe sprang. Ein Freund von mir kam mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus. Das war mir alles zu krass, ich bin dann zurück ins Camp im Altonaer Volkspark gefahren. Die Polizisten sagen immer, sie hätten am Freitagabend um ihr…

Jetzt weiterlesen für 0,85 €
Nr. 30/2017