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„VW lässt uns im Stich“

Dirk Weddigen von Knapp, Verbandschef der deutschen VW- und Audi-Händler, über den Frust der Autoverkäufer und sein Verständnis für prozessierende Kunden

SONJA OCH / DER SPIEGEL
von
Jürgen Dahlkamp
und
Frank Dohmen
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ddigen von Knapp, 62, Vorsitzender des Volkswagen und Audi Partnerverbands, vertritt 1330 Händler und 970 Servicepartner der Marken VW und Audi. VW vertreibt rund drei Viertel seiner gut 600 000 jährlich verkauften Autos in Deutschland über die Händler.

SPIEGEL: Zwei Jahre Dieselskandal – was macht das mit den VW-Händlern im Land?

Weddigen von Knapp: Im September 2015 hat uns die Nachricht überrascht, dass Volkswagen, den wir bis dahin für den Konzern der Konzerne gehalten haben, betrogen hat. Ausgerechnet der Hersteller, der bis ins Kleinste perfekt sein wollte, der das Spaltmaß zwischen zwei Blechen zum Maß aller Dinge erklärt hat. Was da ans Licht kam, hat die Händler in eine Krise gestürzt wie noch nie. Viele von ihnen sind mit Volkswagen groß geworden, auch wohlhabend. Nun standen sie vor einem Problem, das sich keiner hatte vorstellen können. Wir waren entsetzt – und glauben Sie mir: nicht nur aus Angst ums Geschäft.

SPIEGEL: Bei den Händlern lief danach die größte Rückrufaktion in der Geschichte von VW an. Softwareupdates für 2,4 Millionen Autos mit dem Dieselmotor EA 189.

Weddigen von Knapp: Es klingt vielleicht merkwürdig, aber das hat uns Händler erst mal beruhigt: Rückrufaktionen, das kennen wir, damit werden wir fertig. Bis heute sind 90 Prozent der betroffenen Autos geflasht, wie wir das nennen, haben also die neue…

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Nr. 38/2017