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„Von einem anderen Stern“

Musste der Mensch sich auf Erden entwickeln? Und wie konnte eine Kuriosität wie das Schnabeltier entstehen? Der Biologe Jonathan Losos, 56, über große Fragen der Evolution.

JARED LEEDS / DER SPIEGEL
von
Johann Grolle
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SPIEGEL: Herr Professor Losos, Wikipedia listet 521 Filme auf, in denen Außerirdische auftauchen. Wenn Sie unter all diesen Geschöpfen Ihren persönlichen Lieblingsalien wählen dürften, welcher wäre es?

Losos: Hm, schwierige Frage. Voriges Jahr kam "Arrival" in die Kinos. Daran hat mir gefallen, dass die Aliens wirklich bizarr und fremdartig aussehen, nicht wie Menschen mit spitzen Ohren oder drei statt fünf Fingern. Aber wenn Sie mich fragen, welche Aliens ich am meisten mag, dann würde ich mich eher für die Na'vi in "Avatar" entscheiden. Deren Welt scheint uns vertraut, nur eben etwas verfremdet.

SPIEGEL: Falls nun tatsächlich ein Raumschiff den Weg zu uns finden sollte, welche Kreaturen würden ihm wohl entsteigen: siebenarmige Wesen wie in "Arrival", oder blaue Riesenmenschen wie in "Avatar"?

Losos: Es wären keine grünen Männchen und keine ETs. Ich tippe eher auf die Heptapoden aus "Arrival". Wie Wesen von einem anderen Stern eben.

SPIEGEL: Warum haben dann etliche Aliens im Film so viel Ähnlichkeit mit Menschen? Mangelt es den Filmemachern an Fantasie?

Losos: Ich habe mir sagen lassen, dass das technische Gründe gehabt habe. In der Frühzeit der Special Effects sei es einfacher gewesen, Menschen in Kostüme zu stecken, als fremdartige Wesen zu animieren. Aber es hat wohl auch eine Rolle gespielt, dass wir Menschen uns für…

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Nr. 50/2017