Lesezeit 11 Min
Politik

„Trump ist unamerikanisch“

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sieht im US-Präsidenten eine Gefahr für die europäische Sicherheit und fordert von Kanzlerin Merkel mehr Engagement für Europa.

HERMANN BREDEHORST / DER SPIEGEL
von
René Pfister
und
Christoph Schult
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Politik

SPIEGEL: Herr Schulz, Sie haben Donald Trump einen Zerstörer aller westlichen Werte genannt. Kann man mit einem solchen Mann überhaupt noch reden, oder muss man ihn bekämpfen?

Schulz: Man muss mit ihm reden, weil er der gewählte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist. Aber seinen außenpolitischen Vorstellungen muss man sich klar in den Weg stellen.

SPIEGEL: Trump hat angekündigt, aus dem Klimaabkommen von Paris auszusteigen. Wie soll Europa darauf reagieren?

Schulz: Trump ist ausgestiegen, weil er Umweltstandards für amerikanische Produkte senken und billiger produzieren will. Das ist ein ganz einfaches, aber sehr kurzfristiges Kalkül. Es wird nicht aufgehen, weil Trump so eine große Chance zur Modernisierung der amerikanischen Industrie verpasst.

SPIEGEL: Den Schaden hat Europa.

Schulz: Den Schaden beim Klimaschutz hat die ganze Welt. Aber wenn Herr Trump ein Handelsabkommen mit der EU schließen will, wird er sich an unsere Klimastandards halten müssen.

SPIEGEL: Aber Trump will gar kein Freihandelsabkommen mit Europa.

Schulz: Das weiß man nicht so genau. Der Verzicht auf Klimaschutz macht amerikanische Produkte jedenfalls nicht wettbewerbsfähiger. Gerade wir Deutschen wissen, dass man auf dem Weltmarkt nur dann auf Dauer erfolgreich sein kann, wenn man energieeffiziente und damit klimaschonende Produkte anbietet.…

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Nr. 23/2017