Lesezeit 8 Min
Verbrechen

"Schreckliche Sätze"

Der Grüne Volker Beck, 55, über die Crystal-Meth-Affäre, seine Rolle in der Pädophiliedebatte und seine gescheiterte Kandidatur für den nächsten Bundestag

HC PLAMBECK / DER SPIEGEL
von
Ann-Katrin Müller
und
Christoph Schult
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Verbrechen

SPIEGEL: Die Grünen haben Sie nach 22 Jahren nicht mehr für die nächste Bundestagswahl aufgestellt. Schmerzt Sie das?

Beck: Ich hätte natürlich lieber gewonnen, sonst hätte ich ja nicht kandidiert. Ich wusste aber, dass ich nur Außenseiterchancen habe, und bin mit mir jetzt ziemlich im Reinen.

SPIEGEL: Warum haben Sie sich die Kampfabstimmung angetan?

Beck: Ich wollte den Leuten, die auf mich setzen, nicht das Gefühl geben, der schlägt sich in die Büsche, wenn's schwierig wird. Gerade in dieser Zeit des wachsenden Antisemitismus und der Minderheitenfeindlichkeit. Am Tag nach der Abstimmung war ich aber erleichtert, dass es vorbei war. Der Druck vorher war schon groß.

SPIEGEL: Wie erklären Sie sich Ihre Niederlage?

Beck: Wir haben ein Verfahren, da geben die Parteibezirke Voten ab und verhandeln dann auf dieser Grundlage, wen sie für welchen Listenplatz unterstützen. Das ist ein sauberes demokratisches Verfahren, daran ist überhaupt nichts zu beanstanden. Und da stand ich halt nicht auf dem Zettel. Das deutete sich schon 2015 an. Was am Ende den einzelnen Delegierten dazu bewogen haben mag, nicht bei mir das Kreuz zu machen, können nur diese beantworten. Bei manchen spielten vielleicht auch die Positionen, für die ich stehe, eine Rolle, bei anderen womöglich meine Fehler.

SPIEGEL: Welche meinen…

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Nr. 50/2016