Lesezeit 9 Min
Wirtschaft

Revolte von Amts wegen

Bürgermeister und Stadträte in ganz Deutschland versuchen, den rasanten Mietsteigerungen Einhalt zu gebieten. Dabei greifen einige zu ungewöhnlichen Mitteln.

GORDON WELTERS / DER SPIEGEL
von
Martin Hesse
,
Ann-Kathrin Jeske
und
Anne Seith
Lesezeit 9 Min
Wirtschaft

Florian Schmidt, 42, öffnet in Jesuslatschen, grünen Shorts und T-Shirt die Bürotür, die rotblonden Haare sind verwuschelt. Dass das legere Outfit nicht unbedingt zum Amt eines Baustadtrats passt, scheint ihm herzlich egal zu sein. Ungerührt schlurft er später genau so zu einem Bürgertermin.

Er sei »Aktivist und Projektemacher in der Politik«, sagt Schmidt über sich selbst. Seine Mission lautet: »Wir müssen die Stadt zurückkaufen.«

Schmidts Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg könnte ein Eldorado für Immobilieninvestoren in Berlin sein: jung, hip, zentral. Und noch immer voll von heruntergekommenen Altbauten, die sich nach einer Sanierung zu Mondpreisen neu vermieten oder, noch besser, als Eigentumswohnungen verkaufen ließen.

Wenn Schmidt nicht wäre.

Wohnungsnot in Deutschland

Kaum etwas beschäftigt die Deutschen derzeit so sehr wie die Frage nach bezahlbarem Wohnraum. Der SPIEGEL widmet dem Thema deshalb eine Sommerserie: Wir fragen, wie die Wohnungsnot die Gesellschaft verändert, wie gute Wohnungsbaupolitik aussehen sollte und wer die entscheidenden Akteure sind.

Er zwingt Immobilienkäufer zu weitgehenden Zugeständnissen an die Altmieter oder schnappt ihnen das Objekt vor der Nase weg, er verweigert die Genehmigung für Luxussanierungen, neue…

Jetzt weiterlesen für 0,86 €
Nr. 32/2018