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Wirtschaft

Neue Platte

Der soziale Wohnungsbau hat einen schlechten Ruf. Eine neue Generation von Planern will ihn wiederbeleben, billiger und besser zugleich. Kann das gelingen?

PETER BAUZA / DER SPIEGEL
von
Nils Klawitter
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Wirtschaft

Das Büro des Architekten Titus Bernhard sieht nicht danach aus, als werde dort für Bedürftige geplant. Unter einem exzentrischen Kronleuchter, der das Entree beschirmt, geht es vorbei an weißen Stoffbahnen, die einzelne Büros abteilen. Weiß, weiß, fast alles ist hier in Weiß gehalten, der Farbe der Vornehmen – bis hin zu den mit weißem Leder bezogenen Barcelona-Sesseln hinten im Refugium des Meisters. Auf weißen Tischen liegen Designmagazine mit Fotos von Luxusimmobilien, die Bernhard entworfen hat.

Das Architekturbüro im Osten Augsburgs ist eigentlich mehr eine Edelboutique, die Wohnträume für Millionäre entwirft. »Villenarchitekt« war das Label, unter dem er lange unterwegs war. Die Zahl der Preise, die sein Büro für die Nobelhäuser bekam, ist kaum überschaubar. Vor ein paar Jahren merkte Bernhard allerdings, dass er viele seiner Kunden nur noch schwer erträgt. Die überkandidelten Sonderwünsche und die latente Streitbereitschaft seien ihm auf die Nerven gegangen.

Wohnungsnot in Deutschland

Kaum etwas beschäftigt die Deutschen derzeit so sehr wie die Frage nach bezahlbarem Wohnraum. Der SPIEGEL widmet dem Thema deshalb eine Sommerserie. Wir fragen, wie die Wohnungsnot die Gesellschaft verändert, wie gute Wohnungsbaupolitik aussehen sollte und wer die entscheidenden Akteure sind.…

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Nr. 35/2018