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Gesellschaft

"Jetzt bin ich eben der Zweitwichtigste"

Frank Plasberg wollte immer am Sonntagabend talken, doch die ARD ließ ihn nicht. Noch sitzt da Günther Jauch, bald Anne Will. Die Krönung der Karriere bleibt dem 58-Jährigen versagt. 

MATTHIAS JUNG / DER SPIEGEL
von
Markus Brauck
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Gesellschaft

SPIEGEL: Herr Plasberg, halten Sie sich für einen erfolgreichen Menschen?

Plasberg: Ja, ich hätte nie gedacht, dass ich in meinem Beruf so viel Glück empfinden könnte.

SPIEGEL: Woran messen Sie den Erfolg?

Plasberg: An meiner eigenen Zufriedenheit. An dem, was andere sagen. Was Zuschauer mir schreiben. Auch Geld ist für mich ein Gradmesser für Erfolg.

SPIEGEL: Die Krönung Ihrer Karriere bleibt Ihnen gerade versagt.

Plasberg: Wenn Sie es sagen.

SPIEGEL: Sie wollten immer den Talkplatz am Sonntagabend erobern. Zweimal hatten Sie die Chance. Zweimal hat Ihnen Anne Will den Schneid abgekauft. 2007, als Sabine Christiansen ging, und jetzt, wo Günther Jauch aufhört.

Plasberg: Schön der Reihe nach. Mir hat niemand den Schneid abgekauft. Weder 2007 noch jetzt. „Hart aber fair“ erreicht trotz der früheren Sendezeit am Montag einen höheren Marktanteil als Anne Will am späten Mittwochabend. Und bevor Sie es anbringen: Richtig, das sagt nichts über inhaltliche Qualität. Aber weder Quote noch Qualität spielten bei der Entscheidung eine Rolle.

SPIEGEL: Der Sonntagabend ist ein NDR-Sendeplatz. Sie sind beim WDR. Anne Will beim NDR.

Plasberg: Exakt, es ging nicht um die Sendung, es ging um Territorien. Und das ist keine Kritik an Anne Will, das ist eine Beschreibung der Realität in der ARD.

SPIEGEL: Sie klingen wie ein schlechter Verlierer.

Plasberg: Wieso? Dieses…

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Nr. 27/2015