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Gesellschaft

„Ich wollte nie nur das eine“

BVG-Chefin Sigrid Nikutta über Vollzeitväter, die übersteigerten Ansprüche an berufstätige Mütter und effiziente Frauenförderung

HC PLAMBECK / DER SPIEGEL
von
Ann-Kathrin Nezik
und
Susanne Amann
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Gesellschaft

Nikutta, 46, ist die erste Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und hat das Unternehmen nach Jahrzehnten wieder in die schwarzen Zahlen geführt. Die promovierte Psychologin arbeitete zuvor 15 Jahre lang bei der Deutschen Bahn, zuletzt als Vorstand des Tochterunternehmens Schenker. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Berlin.

SPIEGEL: Frau Nikutta, Sie sind Vorstandsvorsitzende und schwanger mit dem fünften Kind, Ihr Mann kümmert sich um die Familie. Wie hält er Sie aus?

Nikutta: Also bitte!

SPIEGEL: Es ist zweifellos eine ungewöhnliche Rollenverteilung. Wie haben Sie die ausgehandelt?

Nikutta: Bevor unser erstes Kind kam, haben wir das Gleiche verdient und waren auf der gleichen Karrierestufe. Wir haben dann darüber gesprochen, wer sich mehr um das Kind kümmern würde. Es war eine ziemlich kurze Diskussion, weil schnell klar war: Ich bin diejenige, die sehr viel Spaß an ihrem Job hat. Mein Mann konnte sich dagegen vorstellen, eine Weile auszusetzen. Dass es so lange werden würde, war damals nicht absehbar.

SPIEGEL: Seit wann ist Ihr Mann raus aus seinem Job?

Nikutta: Seit über zehn Jahren. Er dürfte damit einer der Männer mit dem längsten Erziehungsurlaub in Deutschland sein. Er arbeitet aber immer mal wieder projektbezogen.

SPIEGEL: Ist er zufrieden…

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Nr. 12/2016