Lesezeit 7 Min
Politik

„Ich will die Grenzen schließen“

Der Rechtspopulist Geert Wilders plant einen "Nexit", um sein Land vor der "Islamisierung" zu bewahren.

JULIUS SCHRANK / DER SPIEGEL
von
Susanne Koelbl
Lesezeit 7 Min
Politik

Wilders, 52, sitzt im schmal geschnittenen Anzug und handgenähten Schuhen hinter der Panzertür seines Büros im niederländischen Parlament, es ist im englischen Kolonialstil gehalten. Seit der Gründer der "Partei für die Freiheit" wegen seiner Hassreden gegen den Islam ins Fadenkreuz militanter Extremisten geriet, wird er schwer bewacht. Wilders' Fraktion verfügt über zwölf Sitze im Unterhaus mit seinen 150 Mitgliedern.

SPIEGEL: Herr Wilders, die gerade noch begeisterten Brexit-Befürworter in Großbritannien haben inzwischen einen mächtigen Kater. Sie aber nötigten am Dienstag das niederländische Parlament, ebenfalls über die Möglichkeit eines EU-Ausstiegs abzustimmen. Natürlich haben Sie eine krachende Niederlage erlitten. Wissen Sie eigentlich, was Sie da anstreben?

Wilders: Natürlich, sehr genau sogar. Die Instabilität, die wir aktuell in England sehen, ist nur temporär. Langfristig werden die Briten profitieren, wie auch wir vom EU-Austritt profitieren würden.

SPIEGEL: Die Niederlande sind weltweit der zweitgrößte Exporteur landwirtschaftlicher Produkte. Ihr wichtigster Markt ist die EU. Was sollte der Vorteil eines Austritts sein?

Wilders: Wir würden endlich unsere nationale Souveränität zurückerhalten, unsere Autonomie in Fragen der Geld- und Einwanderungspolitik, wie die Schweiz. Das ist mein Lieblingsbeispiel: ein Land im Herzen Europas, das…

Jetzt weiterlesen für 0,84 €
Nr. 27/2016