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Sport

»Ich musste lernen, stolz auf mich zu sein«

Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber, 30, über Spiele unter Beobachtung der Royals und den heimischen Empfang der Großeltern

SAMMY HART / DER SPIEGEL
von
Lukas Eberle
und
Thilo Neumann
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SPIEGEL: Frau Kerber, 6:3, 6:3 gegen Serena Williams, die dominierende Spielerin der vergangenen Jahre – ein deutliches Ergebnis im Endspiel von Wimbledon. Als Zuschauer hatte man keine Zweifel, dass Sie gewinnen würden. Wie sah es in Ihnen aus?

Kerber: Ich war davon überzeugt, dass ich sie schlage. Einen Tag vor dem Finale habe ich mich hingesetzt und überlegt, wie es 2016 war ...

SPIEGEL: ... damals verloren Sie im Endspiel gegen Williams mit 5:7 und 3:6.

Kerber: Alles war damals neu für mich: der Gang zum Center Court, die Blumen, die einem vor dem Finale überreicht werden. Diese Atmosphäre hat mich erschlagen. Dennoch habe ich gut gespielt, Serena hat dank ihres Aufschlags gewonnen, am Ende haben zwei Breaks die Partie entschieden. Ich habe viel aus dieser Erfahrung gelernt, wusste, dass ich dieses Mal auf den Platz gehen muss mit der Einstellung: Du siegst.

SPIEGEL: Sie wirkten völlig bei sich.

Kerber: Ich hatte mich im Turnier von Match zu Match gesteigert, glaubte an mich, ließ mich von nichts irritieren. Serena hat im zweiten Satz alles probiert, sich angefeuert, krasse Schläge ausgepackt. Im vorletzten Aufschlagspiel servierte sie drei Asse, da dachte ich schon: Puh. Aber ich sagte mir: Bleib bei dir. Keine Zweifel.

SPIEGEL: Was war anders als 2016?

Kerber: Ich war entspannter, schon in der Vorbereitung. Damals habe ich direkt nach dem Halbfinale an das Finale gedacht, dieses Mal habe ich nach dem Halbfinale den Rest des Tages genossen, mir gesagt: Okay, in zwei Tagen kommt das nächste Spiel.

SPIEGEL: Wie haben Sie sich vorbereitet?…

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Nr. 30/2018