Lesezeit 11 Min
Politik

„Ich kann loslassen“

CSU-Chef Horst Seehofer, 68, über seine Niederlage im Machtkampf mit Markus Söder und seine Pläne für ein Leben nach der Politik

DIRK BRUNIECKI / DER SPIEGEL
von
René Pfister
und
Ralf Neukirch
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Politik

SPIEGEL: Herr Ministerpräsident, man kann ohne Übertreibung sagen, dass Sie in den letzten Jahren ein Gutteil Ihrer Energie darauf verwendet haben, den Aufstieg Markus Söders zu verhindern. Nun wird er bald das Amt des bayerischen Regierungschefs übernehmen. Wie würden Sie Ihren Gemütszustand beschreiben? Resigniert? Wütend? Erleichtert?

Seehofer: Ich bin entspannt und sortiert.

SPIEGEL: Wenn Sie einen Schritt neben sich treten und die Lage mit kühlem Blick betrachten: Was hat Söder richtig gemacht?

Seehofer: Markus Söder ist immer zielstrebig seinen Weg gegangen. Er weiß, was er will.

SPIEGEL: Ihre Frau Karin hat einmal gesagt, wahrscheinlich sei das Problem zwischen Ihnen und Markus Söder, dass sie sich zu ähnlich seien. Hat sie recht?

Seehofer: Das kann sein. Ich habe da keine Analysen angestellt. Es passiert in der Politik häufiger, dass man an einer Weggabelung steht: Konsens ja oder nein. Ich habe mich aus vielen Gründen für Konsens entschieden. Und bis jetzt haben das alle in der Partei sehr positiv aufgenommen.

SPIEGEL: Warum wollten Sie verhindern, dass Söder Ministerpräsident wird?

Seehofer: Das ist eines der Märchen, die seit Jahren herumgeistern. Es hat auch keinen Sinn, das zu dementieren, weil mit jedem Dementi das Thema noch interessanter wird.

SPIEGEL: Herr Seehofer, bei aller Liebe: Aber wenn Sie…

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Nr. 50/2017