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Politik

„Ich kandidiere“

Die Grüne Katrin Göring-Eckardt, 49, über ihre Bewerbung für die Bundestags-Spitzenkandidatur und die Chancen für ein schwarz-grünes Bündnis nach 2017

HERMANN BREDEHORST / DER SPIEGEL
von
René Pfister
und
Britta Stuff
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Politik

SPIEGEL: Frau Göring-Eckardt, Sie sind in dieser Woche als Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag wiedergewählt worden. Beginnt nun der Bundestagswahlkampf 2017?

Göring-Eckardt: Jetzt beginnt die zweite Halbzeit. Klar wird es jetzt ernster.

SPIEGEL: Die Grünen wollen in einer Urwahl über die Spitzenkandidaten entscheiden, die die Partei in die Bundestagswahl führen werden. Der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck hat schon erklärt, dass er sich bewerben will. Haben Sie sich schon entschieden?

Göring-Eckardt: Ja, wenn es so weit ist, will ich gern kandidieren.

SPIEGEL: Warum?

Göring-Eckardt: Die Integration von Flüchtlingen ist die größte Herausforderung seit der friedlichen Revolution. Ich habe selbst erlebt, was es bedeutet, sich in Freiheit ganz neu zurechtfinden zu müssen, als die DDR plötzlich nicht mehr existierte. Das war eine Kraftanstrengung für alle. Jetzt wird sich unsere Gesellschaft wieder enorm verändern. Ich will einen Weg finden, bei dem alle profitieren, die Flüchtlinge und auch die Menschen, die jetzt schon in Deutschland leben. Als Christin weiß ich, wie wichtig der gesellschaftliche Zusammenhalt ist und dass es dazu Haltung und Standhaftigkeit braucht.

SPIEGEL: Sie haben bei der Bundestagswahl 2013 die Grünen in eine Wahlniederlage geführt. Ist es nicht…

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Nr. 43/2015