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Kultur

»Ich antworte gerne, aber ich brauche gute Fragen«

Der Komiker Otto Waalkes über Journalisten, Political Correctness und die Angst, ernst zu werden

MARKUS TEDESKINO / DER SPIEGEL
von
Tobias Becker
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Kultur

Otto Waalkes löffelt Kartoffelsuppe. Am Tisch neben ihm sitzt Bernd Eilert, einer der Köpfe der Neuen Frankfurter Schule, Mitgründer des Satiremagazins »Titanic«. Seit den Siebzigerjahren lässt Waalkes sich von ihm mit Gags beliefern, auch an seiner Autobiografie, die seit Wochen auf der Bestsellerliste steht, hat er gemeinsam mit Eilert gearbeitet(*). Im gedruckten Interview möchte Eilert nicht zitiert werden. Hin und wieder wirft er eine Bemerkung ins Gespräch, die Waalkes in Otto-Stimmlage und mit Otto-Mimik zu einem Otto-Witz veredelt, ein Diamantenschleifer für Pointen. Waalkes wird am Sonntag 70. Aber er ist noch immer der Mann, den das halbe Land nur beim Vornamen nennt, ein Kindskopf im Rentenalter, fast kahl inzwischen. Als der Fotograf dazutritt, reicht ein Assistent eine Baseballkappe. »Aus künstlerischen Gründen«, sagt Waalkes. Das orangefarbene Logo auf der Mütze passe so gut zum Orange der alten SPIEGEL-Kantine, die hier im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ausgestellt ist.

SPIEGEL: Herr Waalkes, langweilen Sie sich in Interviews?

Waalkes: Das kommt auf die Fragen an. 30 Minuten können einem sehr lang werden.

SPIEGEL: Wir hätten gern viel länger mit Ihnen gesprochen, zwei Stunden. Aber die Pressesprecherin Ihres Verlages sagte: So lange kann Otto unmöglich still sitzen.

Waalkes: Echt wahr? So einen Ruf habe ich. Dafür beantworte ich die Fragen in…

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Nr. 30/2018