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Hinters Licht geführt

Nun wurden bei Opel-Modellen auch alarmierende Kohlendioxidwerte gemessen. Die neuen Enthüllungen zwingen den Verkehrsminister zum Handeln.

GORDONWELTERS.COM / DER SPIEGEL
von
Sven Becker
,
Marcel Rosenbach
und
Gerald Traufetter
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Hans-Jörg Bethge ist ein Autofahrer, wie Umweltpolitiker ihn sich wünschen. Er beschleunigt sacht, wenn er mit seiner Frau auf Reisen geht. „Ich schalte immer schon einen Gang höher, bevor es mir der Wagen auf dem Display anzeigt“, erzählt der pensionierte Elektroingenieur.

Diese Woche war das Ehepaar aus dem Schwarzwald auf dem Weg in den Spreewald. Wie gewohnt schaut Bethge bei seiner Ankunft nicht auf die Uhr, sondern auf die Tankanzeige. „Wenn der Verbrauch gering war, bin ich glücklich“, sagt er.

Seit er sich aber vor einem guten Jahr einen nagelneuen Opel Zafira gekauft hat, stellt sich dieses Glücksgefühl auffällig selten ein, trotz seines sanften Gasfußes. „Dabei habe ich mir den Wagen ausgesucht, weil er nur 4,1 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen soll“, so der 68-Jährige.

Eine Zahl in den Zulassungspapieren hatte es ihm dabei besonders angetan: Nur 109 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer soll der Wagen angeblich ausstoßen. Kohlendioxid, das ist ein genauer Gradmesser für die Effizienz eines Motors. „Dafür belohnt mich der Staat auch, indem ich weniger Kfz-Steuer zahlen muss“, sagt Bethge.

Doch seit drei Wochen hat er nun schriftlich, was er beim Blick auf seine Tankanzeige schon lange ahnt: Sein Zafira verbraucht deutlich mehr Diesel und stößt deshalb auch deutlich mehr Kohlendioxid aus, als der Hersteller ihm und anderen Opel-Kunden quer durch die Republik versprochen hat.

Bethge hatte sein Fahrzeug für die…

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Nr. 21/2016