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Wirtschaft

Haase will es schaffen

Zwei Brandenburger Unternehmer stellen drei Flüchtlinge ein. Sie brauchen Arbeitskräfte, sie wollen auf der richtigen Seite sein. Dann kommt die Realität dazwischen.

AGATA SZYMANSKA-MEDINA / DER SPIEGEL
von
Ann-Kathrin Nezik
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An einem Freitag im August sitzen Peter und Ivo Haase auf der Holzbank vor ihrem Firmensitz, einem einstöckigen Haus mit weißem Putz, und glauben, dass sie es allen beweisen werden. Die Sonne brennt vom Himmel, ein Apfelbaum spannt seine Äste über die Wiese vor dem Gebäude. Ivo Haase sagt: "Uns braucht niemand zu erzählen, warum es nicht geht mit den Flüchtlingen. Wir zeigen, dass es funktioniert. Wir sind gern die Klugscheißer."

Vor 14 Jahren gründete der gelernte Maurer Peter Haase, 62, in Neuruppin eine Firma für Gebäudereinigung, die PeHa GmbH. Später stieg sein Sohn Ivo, 36, ein. Heute beschäftigen sie 67 Mitarbeiter, die Treppenhäuser putzen, Grünstreifen stutzen, Mülleimer leeren. Daneben sind sie Subunternehmer für einen Konservenproduzenten. Rund ein Dutzend PeHa-Mitarbeiter sortiert in einer feuchten Fabrikhalle Dosen mit Paprikagulasch und Truthahnfleisch im eigenen Saft.

Zwei Dinge müsse man erfüllen, um bei ihm anzufangen, sagt Peter Haase: "Pünktlich sein und arbeiten wollen." Er hasse Unpünktlichkeit. Das komme von seiner Zeit bei der Nationalen Volksarmee. Eine Ausbildung oder einen Schulabschluss brauche man nicht.

Es sind keine tollen Jobs, das wissen die Haases. Antreten um sieben Uhr morgens für maximal 14 Euro die Stunde, eher deutlich weniger, das ist vielen zu unangenehm und zu mies bezahlt. Die Haases tun sich deshalb schwer, Leute zu finden. Sie machen sich außerdem Sorgen, was in ein paar Jahren sein wird, wenn ein…

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Nr. 49/2016