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Gesellschaft

„Geil, machen wir“

Der Filmstar Til Schweiger, 51, über seine Pläne für ein Flüchtlingsheim, seine dünnhäutige Reaktion auf Kritik und die neue Freundschaft mit Vizekanzler Gabriel

THOMAS MEYER / DER SPIEGEL
von
Lars-Olav Beier
und
Marc Hujer
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Gesellschaft

SPIEGEL: Herr Schweiger, seit drei Wochen streitet die Republik über Ihre Pläne, in Osterode im Harz ein Vorzeigeheim für Flüchtlinge einzurichten. Wie weit sind Sie mit Ihren Planungen?

Schweiger: Ich habe mich mit Boris Pistorius getroffen, dem Innenminister von Niedersachsen, der kam zu mir nach Hamburg und hat mir versichert, dass diese Kaserne, aus der wir ein Flüchtlingsheim machen wollen, ideal wäre, da ist richtig viel Platz. Leider geht es dem Besitzer, der die Kaserne gekauft hat, finanziell offensichtlich nicht so gut.

SPIEGEL: Wolfgang Koch. Dessen Firma Princess of Finkenwerder gilt als finanziell schwer angeschlagen.

Schweiger: Ich kenne Koch gar nicht, er ist ein Bekannter von Jan Karras, einem guten Freund von mir. Jan ist bei der Produktion des Kino-"Tatorts", den wir gerade drehen, für die Sicherheit zuständig. Er hat mich auf die Idee mit dem Flüchtlingsheim gebracht. Jetzt erzählt Jan mir, dass sich Koch kaum noch aus dem Haus traut. Die Kinder werden gefragt: "Ist dein Vater ein Gangster oder so?" Er hat vier Kinder. Ich verstehe nicht, wie man jemanden so diskreditieren kann.

SPIEGEL: Hätten Sie sich Ihre Partner bei diesem Projekt nicht etwas genauer ansehen sollen?

Schweiger: Nein, auch wenn gerade im "Stern" eine riesen Geschichte erschienen ist: Gute Absichten - falsche Partner. Okay, das Projekt ist ein Schnellschuss. Aber falsche Partner? Das lass ich…

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Nr. 35/2015