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Wirtschaft

„Gegen die sind wir alle Zwerge“

1&1-Gründer und United-Internet-Chef Ralph Dommermuth, 53, hält US-Digitalkonzerne wie Google und Amazon für kaum mehr einholbar und gibt der Politik daran eine Mitschuld.

CHRISTOPH PAPSCH / DER SPIEGEL
von
Armin Mahler
und
Marcel Rosenbach
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SPIEGEL: Herr Dommermuth, Ihre Branche gilt im politischen Berlin gerade als Krisengebiet. Deutschland rangiert in Sachen schnelles Internet hinter Uruguay und Kolumbien. Wie konnte das passieren?

Dommermuth: Das hat vor allem historische Gründe. Die alte Bundespost hat Kupfer-Doppeladern als Hausanschlüsse fürs Telefon verlegt. Die wurden bei der Privatisierung an die Telekom übergeben. Sie hat diese alte Technologie immer weiter ausgebaut und internetfähig gemacht, aber eben nicht in neue, moderne Glasfaserhausanschlüsse investiert. Nun ist das Kupfer ausgereizt.

SPIEGEL: Deshalb soll künftig, so die jüngsten Pläne in Berlin, nur noch der Glasfaserausbau gefördert werden.

Dommermuth: Das wäre schön und sinnvoll, aber davon, dass zukünftig ausschließlich Leitungen, die zu Glasfaserhausanschlüssen führen, gefördert werden, ist in den Papieren, die in Berlin zirkulieren, nicht die Rede. Stattdessen spricht man von Ausbauabschnitten.

SPIEGEL: Was heißt das?

Dommermuth: Damit ist gemeint, dass man auch zukünftig den Glasfaserausbau fördern will, der nicht im Haushalt, sondern an einem Übergabepunkt im Netz endet. Also zum Beispiel in den grauen Telekomverteilerkästen am Straßenrand. Entscheidend ist aber, welche Bandbreite im Haus ankommt, wenn Sie künftig beispielsweise Videos in 4K- oder 8K-Qualität streamen wollen. Es…

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Nr. 47/2017