Lesezeit 7 Min
Gesellschaft

Diese Kinder

In nur zwei Wochen wurden Schüler aus Parkland, Florida, zu Ikonen der Antiwaffenbewegung. Sie könnten erreichen, woran viele scheiterten: strengere Waffengesetze.

ANGEL VALENTIN / DER SPIEGEL
von
Christoph Scheuermann
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Gesellschaft

Als Treffpunkt haben sie eine Eisdiele nicht weit von der Schule ausgesucht, zwischen Nagelstudio und Orthopädiepraxis, wo man als Teenager im Süden Floridas betet, dass endlich das verdammte Leben losgeht und einen von hier fortspült. Als wären sie immer noch die unbedarften Jungs aus Parkland wie vor diesem Valentinstag mit 17 Toten.

John sagt, er habe in den vergangenen zwei Wochen schnell lernen müssen, erwachsen zu werden. Adam sagt, die Welt sei größer geworden, sein Blick habe sich geweitet. Parkland wirkt plötzlich klein. Auf dem Tisch liegen ihre Smartphones, die dauernd vibrieren. Vor ein paar Tagen rief auf dem Telefon eines Mitschülers George Clooney an und versprach, er werde 500 000 Dollar spenden. Oprah Winfrey und Steven Spielberg sagten auch eine halbe Million zu. Es ist verrückt. Ihre Leben explodieren gerade. Herrgott, Clooney!

John Barnitt und Adam Alhanti sind 17 Jahre alt und Schüler der Marjory Stoneman Douglas Highschool in Parkland, nördlich von Miami. Zwei Jungs, die zu Aktivisten wurden, nachdem ein Ex-Schüler, Nikolas Cruz, in ein Gebäude eingedrungen ist und 3 Erwachsene sowie 14 Teenager erschossen hat. Der 19 Jahre alte Cruz feuerte mit einem halbautomatischen Gewehr vom Typ AR-15, das er legal in einem Laden unweit der Schule gekauft hatte.

"Wie ist es möglich, dass ein normaler Mensch einfach in den Laden gehen und eine AR-15 kaufen kann?", fragt Adam.

Er ist wütend und mit ihm die ganze Schule, über…

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Nr. 10/2018