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Die Verschwörung

Öffentlich beteuern sie, wie wichtig ihnen Umweltschutz sei. Heimlich aber verabredeten Daimler, BMW, Porsche, Audi und VW offenbar über Jahre, bei Benzinautos keine Partikelfilter einzusetzen. Mit ihnen hätte man Menschen vor Gesundheitsschäden schützen können.

MICHAEL WALTER / DER SPIEGEL
von
Frank Dohmen
und
Dietmar Hawranek
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Das Treffen fand in Wolfsburg statt. Angereist waren Vertreter von Daimler, BMW, Audi und Porsche. Zusammen mit ihren Kollegen von Volkswagen trafen sich die sogenannten Antriebsleiter, jene Manager, die für den Einsatz aller Motoren in ihren Unternehmen verantwortlich waren. Konkurrenten eigentlich, gerade wenn es darum geht, einen Vorsprung durch Technik zu erlangen. Und wo könnte das ein Autohersteller besser als beim Antrieb, beim Motor, dem Herz eines Fahrzeugs?

Doch der Arbeitskreis Antrieb war eines jener Kartellgrüppchen, in denen die deutschen Hersteller über Jahrzehnte hinweg die Konkurrenz, zumindest auf einigen Feldern, ausschalteten. Er war ein Teil der Schattenwelt, in der die Konzerne heimlich miteinander mauschelten, während die Bosse im Scheinwerferlicht die segensreiche Wirkung des Wettbewerbs lobten. Der SPIEGEL enthüllte dieses Kartell vor einem Jahr (). Die EU-Kommission und das Bundeskartellamt ermitteln, ob die Unternehmen gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen haben. Bislang ging es dabei vor allem darum, dass sich die Autohersteller bei der Abgasreinigung bei Dieselmotoren abgesprochen hatten, etwa über die Größe der AdBlue-Tanks, die für das Minimieren von Stickoxiden wichtig sind.

Nun sind die Wettbewerbshüter auf einen weiteren Umweltskandal gestoßen, der die deutschen Autohersteller in einem hässlichen Licht zeigt. Es geht wieder um mögliche Absprachen, mit denen Daimler, BMW, Porsche, Audi und Volkswagen dafür sorgten, dass die Gesundheit von Millionen Menschen…

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Nr. 30/2018