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Politik

„Die Partei ist zu kurz gekommen“

Die künftige CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer über konservative Wurzeln, die Integration von Flüchtlingen und ihr Verhältnis zu Angela Merkel

MARKUS HINTZEN / DER SPIEGEL
von
Ralf Neukirch
und
Melanie Amann
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Politik

SPIEGEL: Frau Kramp-Karrenbauer, CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat gesagt, ein Generalsekretär müsse der Synchronschwimmer des Parteivorsitzenden sein. Werden Sie bald im selben Takt wie Angela Merkel Ihre Bahnen ziehen?

Kramp-Karrenbauer: Wenn es eine Sportart gibt, mit der ich etwas fremdele, dann ist es das Synchronschwimmen. Zwischen Generalsekretärin und Parteichefin muss es selbstverständlich ein gemeinsames Grundverständnis geben. Aber die Partei braucht auch ihr eigenes Gesicht.

SPIEGEL: In der Vergangenheit hatte man den Eindruck, der Generalsekretär sei vor allem Erfüllungsgehilfe der Kanzlerin.

Kramp-Karrenbauer: Ich weiß aus dem Saarland, wie groß die Gefahr ist, dass das Regierungshandeln alles andere überlagert. In den vergangenen Jahren sind viele unvorhergesehene Dinge passiert: Finanzkrise, Eurokrise, Flüchtlingskrise – das hat den Fokus noch stärker auf die Regierung gelegt. Die Partei ist dabei manchmal notgedrungen zu kurz gekommen. Meine Aufgabe wird sein, das wieder zu ändern.

SPIEGEL: Ihre Vorgänger hatten wenig inhaltlichen Spielraum. Warum sollte das bei Ihnen anders sein?

Kramp-Karrenbauer: Weil die Herausforderungen andere sind. Wir haben ein Grundsatzprogramm aus dem Jahr 2007, da kam das erste iPhone heraus. Wenn man dieses Programm den aktuellen Gegebenheiten anpassen will, dann…

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Nr. 9/2018