Lesezeit 7 Min
Wirtschaft

Die Lieferarmee

Foodora und Deliveroo bringen Burger oder Burritos direkt vom Restaurant bis zur Haustür. Für Gastronomen und Fahrradkuriere ist das ein zweifelhaftes Unterfangen.

PATRICK RUNTE / DER SPIEGEL
von
Laura Backes
und
Ann-Kathrin Nezik
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Wirtschaft

Es ist kurz nach 20 Uhr, als die Kontrahenten in Pink und Türkis aufeinandertreffen. Ein junger Mann mit pinkfarbenem T-Shirt stürmt ins Burger Lab, ein Restaurant in Hamburg-Altona. Eine Mitarbeiterin des Ladens reicht ihm eine Papiertüte mit Burgern und Süßkartoffelpommes, die er in seinem pinkfarbenen Rucksack verstaut. Da betritt ein zweiter Bote das Restaurant. Nur hat dieser eine Styroporbox dabei, auf der ein Känguru auf türkisfarbenem Grund abgebildet ist.

Die beiden Männer sind Kuriere der Lieferdienste Foodora und Deliveroo. Und das Burger Lab ist an diesem Dienstagabend Schauplatz eines der härtesten Duelle, die sich derzeit in der Digitalwirtschaft abspielen. In den folgenden Stunden stürzen noch viele weitere Kuriere der beiden Anbieter in kurzen Abständen in den Laden, holen das Essen ab und fahren davon, zu den Kunden. Zehn Fahrer kommen innerhalb einer Stunde vorbei.

Wer in Szenevierteln wie der Hamburger Sternschanze, Berlin-Kreuzberg oder Köln-Ehrenfeld wohnt, hat mitunter den Eindruck, als hätte sich auf den Straßen seines Kiezes eine seltsame Spezies sprunghaft vermehrt: Fahrradfahrer in pink- oder türkisfarbener Montur und mit sperrigen Kisten auf dem Rücken. Die Lieferarmee von Foodora und Deliveroo.

Allein Foodora beschäftigt zwei Jahre nach seiner Gründung 1900 Fahrer und ist in 14 deutschen Großstädten aktiv, weltweit in 34. Befeuert wird der globale Vormarsch der beiden Start-ups von zahlungskräftigen Eigentümern und…

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Nr. 25/2016