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Die Douglas-Babys

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg begann ein Arzt, das Leben von über 5000 britischen Kindern zu vermessen. Die Ergebnisse veränderten die Politik. Heute sind die Probanden 70 Jahre alt – und die bestuntersuchten Menschen der Welt.

ANDREW FOX / DER SPIEGEL
von
Laura Höflinger
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Titelbild

Studienteilnehmer Ashton: „Die Überzeugung, dass Intelligenz und Herkunft zusammenhängen, hat die Studie ein für alle Mal gesprengt“

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Sie waren dabei, als Margaret und Ken geboren wurden, und nun warten sie darauf, dass Margaret und Ken sterben.

Seit deren Geburt haben Ärzte das Leben beider vermessen. Die Mediziner haben den Tag aufgezeichnet, an dem die beiden ihre ersten Schritte taten, ebenso wie jenen, an dem ihr Gang an Sicherheit verlor. Der Gedanke an die Kurve, die sich dem Ende zuneigt, grämt Margaret und Ken nicht – er erfüllt sie mit Stolz: Dann wird enden, was 1946 begann.

Margaret Allan und Ken Ashton kommen in einer kalten Frühjahrswoche zur Welt. Er am 3. März in Manchester, sie vier Tage später, 300 Kilometer weiter nördlich, in einem Geburtshaus in Glasgow – ein mehr als dreieinhalb Kilo schweres, schreiendes Bündel.

Acht Wochen nach der Entbindung klopfen Krankenschwestern und Hebammen an die Tür. Sie erklären den Müttern, dass alle Kinder, die zwischen dem 3. und dem 9. März geboren wurden, Teil einer riesigen Studie würden. Dass sie die Chance erhielten, die Art und Weise zu verändern, wie Kinder in Großbritannien zur Welt kommen. Wie viel das Kind wiege, fragen sie, und wie groß es sei. Sie zählen die Räume im Haus und notieren, wie viel die Familie verdient…

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Nr. 24/2016