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Politik

»Die AfD bestimmt zu oft die Agenda«

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, 55, über den Konflikt mit der CSU, den richtigen Umgang mit Rechtspopulisten und das Nervenkostüm von Horst Seehofer

FELIX STROSETZKI / DER SPIEGEL
von
Melanie Amann
und
Ralf Neukirch
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Politik

SPIEGEL: Frau Kramp-Karrenbauer, ist Angela Merkel eine Kanzlerin von Horst Seehofers Gnaden?

Kramp-Karrenbauer: Wie kommen Sie darauf?

SPIEGEL: Seehofer hat gesagt: "Ich lasse mich nicht von einer Kanzlerin entlassen, die nur wegen mir Kanzlerin ist."

Kramp-Karrenbauer: Angela Merkel ist die vom Parlament gewählte Bundeskanzlerin. Ich glaube, jedem, der ein öffentliches Amt hat, ist klar oder sollte es klar sein, dass er dieses Amt immer den Wählerinnen und Wählern verdankt. Das gilt für Angela Merkel, das gilt auch für Horst Seehofer.

SPIEGEL: Was sagt es über das Verhältnis der Schwesterparteien aus, dass der CSU-Chef sich so über die CDU-Vorsitzende äußert?

Kramp-Karrenbauer: Ich glaube, dass das für Horst Seehofer in den letzten Tagen persönlich eine sehr angespannte Situation war. Als Partei, die das Christliche im Namen trägt, können wir durchaus großzügig sein und müssen nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.

SPIEGEL: Der Innenminister hat mit Rücktritt gedroht, falls er sich in der Debatte um Zurückweisungen an der Grenze nicht durchsetzt. Warum hat sich die CDU erpressen lassen?

Kramp-Karrenbauer: Die CSU und Horst Seehofer haben um ein Gespräch gebeten, um zu einem gemeinsamen Verständnis des Masterplans zu kommen. Es ging ja nur noch um einen der 63…

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Nr. 28/2018