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Kultur

Der grüne Schwan

Literaturkritiker trifft Literaturpolitiker: ein Besuch bei Robert Habeck, der seine Partei in Schleswig-Holstein in eine Jamaika-Koalition geführt hat.

MARKUS TEDESKINO / DER SPIEGEL
von
Volker Weidermann
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Am Anfang gleich mal dreifach Nein: "Ich bin kein Literaturpolitiker." Und: "Um das jetzt gleich mal zu sagen: Politik und Literatur sind unterschiedliche Berufe." Und zur Sicherheit hinterher: "Also nicht so wie Novalis und die Romantik: Fantasie an die Macht. Das ist überhaupt nicht meine Art."

Gut, also wird es nichts mit dem Projekt, den Grünen-Spitzenpolitiker Robert Habeck als einen Mann vorzustellen, der die Sphären Literatur und Politik pragmatisch und fantasievoll miteinander verbindet. Will er nicht. Jetzt noch ein viertes Mal: "So seh ich mich nicht." Ist ja gut, ist ja gut!

Ab 2012 war Habeck fünf Jahre lang stellvertretender Ministerpräsident von Schleswig-Holstein in einer rot-grün-blauen Regierung, seit gut fünf Wochen ist er stellvertretender Ministerpräsident von Schleswig-Holstein in einer schwarz-grün-gelben Koalition. Geboren wurde er 1969 in Lübeck. Studium der Philosophie, Philologie und Germanistik, er promovierte mit einer Arbeit über "Die Natur der Literatur" und hat dann gemeinsam mit seiner Frau Andrea Paluch als Schriftsteller gearbeitet. 2001 erschien ihr Debüt "Hauke Haiens Tod", eine Fortschreibung von Theodor Storms "Schimmelreiter" als Spitzentitel beim Verlag S. Fischer, es folgten Jugendromane, Kriminalromane, zeitgemäße Heimatromane.

Die doppelten Dichter als Liebespaar. Ein romantisches Modell, bei ihnen aber vor allem ein emanzipatorisch-pragmatisches. Sie hatten früh vier Kinder bekommen. Beim…

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Nr. 32/2017