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Politik

"Das Motto lautet: maximale Kulanz"

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, 56, ist stolz auf die Hilfsbereitschaft der Deutschen und kündigt eine Ausweitung des Bundeswehreinsatzes im Irak an.

HERMANN BREDEHORST / DER SPIEGEL
von
Christiane Hoffmann
und
Gordon Repinski
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Politik

SPIEGEL: Frau von der Leyen, Deutschland erlebt eine Welle der Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen. Sind Sie stolz auf Ihr Land?

Von der Leyen: Ja, das ist bewegend und beeindruckend. Es zeigt, dass dieses Land seit seiner Wiedervereinigung an Selbstbewusstsein gewonnen hat. Wir haben gelernt, dass es einen Unterschied macht, wie Deutschland sich in der Welt verhält.

SPIEGEL: Die Kanzlerin hat gesagt: "Wir schaffen das." Ist es wirklich so einfach?

Von der Leyen: Vor uns liegt eine gewaltige Integrationsleistung, das ist klar. Aber es ist gut, dass wir die Sache positiv angehen. Deutschland ist ein starkes und wohlhabendes Land. Wir haben uns ökonomische und politische Spielräume erarbeitet, durch die wir die Herausforderung meistern können.

SPIEGEL: Ein bisschen gute Stimmung, und die vielleicht größte Aufgabe dieser Zeit ist gelöst?

Von der Leyen: Es wird nicht einfach. Wir werden enorm in die Bildung der Flüchtlinge und ihre Integration in den Arbeitsmarkt investieren müssen. Aber unsere Systeme sind stark. Unsere Schulen und Universitäten sind exzellent. Das duale System in der Ausbildung ist international Vorbild. Als ehemalige Arbeitsministerin weiß ich, dass der Fachkräftemangel für unsere Wirtschaft eine gigantische Herausforderung wird. Da rollt ohnehin etwas auf uns zu. Wir müssen in den Menschen, die jetzt kommen, eine Chance sehen.

SPIEGEL: Allein vergangenes Wochenende sind 20 000 Flüchtlinge in Deutschland angekommen…

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Nr. 38/2015