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Politik

»Da will ich ran«

SPD-Chefin Andrea Nahles, 48, über die umstrittenen Pläne für ein höheres Rentenniveau, ihre Haltung zu Gerhard Schröders politischem Erbe und ihr Bekenntnis zur Braunkohle

HERMANN BREDEHORST / DER SPIEGEL
von
Michael Sauga
und
Veit Medick
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Politik

SPIEGEL: Frau Nahles, beim Mitgliederentscheid über die Große Koalition war ein Drittel der Genossen gegen das Bündnis. Was meinen Sie – wie wäre das Ergebnis heute, wenn noch einmal abgestimmt würde?

Nahles: Nicht anders.

SPIEGEL: Würden Sie persönlich noch mal mit der gleichen Vehemenz für dieses Bündnis werben?

Nahles: Natürlich, denn ich habe nicht vergessen, in welch schwieriger Lage unser Land war, als die Jamaikaverhandlungen scheiterten. Wir haben Verantwortung übernommen, als andere sich davongemacht haben. Und wir wollen sie nutzen, um das Leben der Menschen ganz konkret besser zu machen. Es freut mich, dass wir in dieser Woche einige wichtige sozialpolitische Maßnahmen auf den Weg bringen konnten.

SPIEGEL: Die Koalition hat sich auf das Niveau der Altersgelder bis 2025 und höhere Mütterrenten geeinigt. Trotzdem ist die Stimmung im Bündnis schlecht, es wirkt, als kämpfe jeder Koalitionspartner für sich allein. Können Sie verstehen, dass die Bürger das Vertrauen in die schwarz-rote Regierung verlieren?

Nahles: Nach dem ganzen Theater in den Vorsommerwochen: ja.

SPIEGEL: Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass die Regierung so schleppend vorankommt?

Nahles: Die Union hat sich viel zu lange mit internen Diadochenkämpfen beschäftigt, statt den Koalitionsvertrag…

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Nr. 36/2018